Im Verfahren 74 IN 209/25 DUD hat das Amtsgericht Göttingen am 25. November 2025 um 13:00 Uhr einen einschneidenden Beschluss für die Alten- und Pflegeheim Müller GmbH aus Ebergötzen getroffen. Das traditionsreiche Pflegeunternehmen, geführt von Geschäftsführer Markus Müller, steht nun unter vorläufiger Insolvenzverwaltung.
Mit dieser gerichtlichen Anordnung verliert die Gesellschaft ihre alleinige Verfügungshoheit über ihr Vermögen. Alle Rechtsgeschäfte, Zahlungen und Entscheidungen mit wirtschaftlicher Wirkung sind ab sofort nur noch wirksam, wenn der vorläufige Insolvenzverwalter zustimmt. Diese Maßnahme dient dazu, die vorhandenen Werte zu schützen und potenzielle Nachteile für die Gesamtheit der Gläubiger auszuschließen.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Göttinger Rechtsanwalt Dr. Peter Staufenbiel bestellt. Er übernimmt nun die Prüfung der finanziellen Lage des Pflegeheims, sichert Vermögenswerte und bereitet die Entscheidung über die mögliche Eröffnung eines Insolvenzverfahrens vor. Seine Kanzlei an der Reinhäuser Landstraße ist ab sofort zentrale Anlaufstelle für Gläubiger, Vertragspartner und öffentliche Stellen.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Beschlusses betrifft die Geschäftspartner und Schuldner des Pflegeheims: Zahlungen dürfen nicht mehr an die Gesellschaft selbst geleistet werden, sondern ausschließlich unter Berücksichtigung der gerichtlichen Anordnung an den vorläufigen Insolvenzverwalter. Damit soll sichergestellt werden, dass alle Mittel geordnet erfasst und in die Masse einfließen.
Mit der Anordnung beginnt für das Alten- und Pflegeheim Müller GmbH eine Phase intensiver Prüfung, die über die Zukunft des Betriebs entscheiden wird. Ob eine Sanierung gelingt oder eine geordnete Abwicklung folgt, wird sich erst nach der weiteren Bewertung durch den vorläufigen Verwalter zeigen.