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Post im Weihnachts-Überlebensmodus: Drei Millionen Pakete in Wien – und kein Ende in Sicht

lordgeorgekornelius (CC0), Pixabay

In genau einem Monat ist Weihnachten – doch für die österreichische Post fühlt es sich längst so an, als wären wir mitten im 24. Dezember um 17:59 Uhr. Die Paketflut steigt täglich, die Sortierzentren glühen, und der durchschnittliche Postmitarbeiter bewegt sich inzwischen schneller als jeder Christbaumlieferdienst.
Denn in Wien allein rechnet die Post im Dezember mit über drei Millionen Paketen. Drei. Millionen.
Das ist nicht mehr Logistik – das ist ein gesamtstädtischer Fitnessparcours.

Der Onlinehandel schickt Grüße aus dem Warenkorb

Die Handelsforscher der JKU Linz sehen schon das vertraute Muster: Wenn Weihnachten näher rückt, rückt auch der Konsumwahnsinn nach – trotz Inflation, trotz Sparappellen, trotz „Dieses Jahr schenken wir uns nichts“-Schwüren. Laut Prognose steigen die Ausgaben für Geschenke wieder, und die Onlinehändler freuen sich wie Kinder, die am 26. Dezember noch ein vergessenes Paket unterm Sofa finden.

Österreichweit sollen die Online-Ausgaben im Weihnachtsgeschäft auf 480 Millionen Euro steigen – ein Plus von 20 Millionen. Das bedeutet:
Mehr Päckchen, mehr Paletten, mehr Lieferwagen – und mehr Zusteller, die täglich versuchen, die Quadratur des Kreises zu schaffen: „Bitte zwischen 12:00 und 12:01 Uhr liefern, falls ich da nicht da bin, legen Sie es bitte beim Nachbarn ab, aber nicht bei dem einen, der immer schreit, sondern bei der netten Frau im dritten Stock.“

160.000 Pakete pro Tag: Die fleißigsten Wichtel sind gelb angezogen

Normalerweise stellt die Post in Wien 122.000 Pakete pro Tag zu. Im Dezember klettert die Zahl auf 160.000 – also ungefähr so, als hätte die ganze Stadt kollektiv beschlossen, eine Challenge zu starten: „Lasst uns schauen, ob wir die Post an ihre Grenzen bringen können.“

Um dem entgegenzuwirken, beginnt die Post ihre Personaloffensive bereits im Sommer. Da, wo andere sich auf den Strandurlaub freuen, plant die Post die winterliche Paketverteidigung.
Zusätzlich engagiert werden:

  • neue Frächter

  • temporäre Zusteller

  • Aushilfen im Sortierzentrum

  • und vermutlich eine Armada an Psychotrainingseinheiten für die Feiertagszeit

Insgesamt 200 zusätzliche Mitarbeiter – was beeindruckend klingt, bis man merkt, dass sie sich damit einer Paketwelle entgegenstellen, die eher an einen vorweihnachtlichen Tsunami erinnert.

Mitte November bis Jänner: Drei Monate Ausnahmezustand

Die Post definiert ihre Weihnachtssaison als Zeitraum von Mitte November bis tief in den Jänner hinein.
Denn während die Konsumentinnen und Konsumenten im Dezember kauffreudig klicken, beginnt im Jänner die große Retouren-Wanderung:

  • Falsche Größen

  • Fehlkäufe

  • drei Mal dasselbe Puzzle

  • und natürlich das legendäre Paar Socken, das niemand wollte, aber alle bekommen

Diese Pakete wollen ebenso gescannt, sortiert und verschickt werden. Weihnachten endet für die Post also nie am 24. Dezember – eher irgendwann Mitte Februar, wenn alle wieder vergessen haben, dass sie eigentlich weniger konsumieren wollten.

Fazit: Weihnachten für die Post – ein logistisches Krippenspiel ohne Heiligen Geist

Während ganz Österreich sich auf Kekse, Punsch und kitschige Lichter freut, kämpft die Post mit der harten Realität des Geschenkverkehrs.
Weihnachten ist für sie nicht das Fest der Liebe, sondern der ultimative Logistiktauglichkeitstest.

Es ist der Moment, in dem Zusteller zu Superhelden werden, die Sortierzentren wie Raumschiffe aussehen und die Pakete sich stapeln, als würde Amazon einen Vulkanausbruch simulieren.

Kurz zusammengefasst:
Für viele ist Weihnachten besinnlich. Für die Post ist es einfach Krieg – mit Geschenkpapier.

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