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Verdi-Chef hebt die Streikkeule: Länder in Alarmbereitschaft, Tarifrunde in Sicht

wewahn (CC0), Pixabay

Die Tarifrunde für 2,5 Millionen Beschäftigte im Öffentlichen Dienst steht erst im Dezember an, doch verbal herrscht schon jetzt Ausnahmezustand auf Kosmos-Niveau. Verdi-Chef Frank Werneke hat die Geduld offiziell im Fundbüro abgegeben und droht unverblümt mit neuen Streiks. In der Süddeutschen Zeitung machte er klar, dass die Arbeitgeber selbst entscheiden, wie laut und wie hart die Republik demnächst bestreikt wird: „Es liegt an ihnen, ob und in welchem Umfang das nötig ist.“
Übersetzung: „Wir können gerne reden – aber wenn ihr nicht liefert, liefern wir Stopp-Schilder.“

Werneke stellte unmissverständlich fest, dass die Bundesländer spätestens in Runde zwei der Verhandlungen ein Angebot vorzulegen haben, das „realitätstauglich“ ist. Die Frage ist nur: Welche Realität?
Die der Beschäftigten, die unter Personalmangel ächzen, Überstunden stapeln wie Holzscheite und gleichzeitig mit ansehen dürfen, wie Miet- und Lebensmittelpreise auf dem Trampolin Saltos schlagen?
Oder die Realität der Landesregierungen, die tun, als sei jeder Euro Gehaltserhöhung ein Angriff auf die Stabilität des Universums?

Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel, Chef-Verhandler der Länder, hat jedenfalls schon den roten Alarmknopf gedrückt und die Verdi-Forderung von sieben Prozent mehr Gehalt als „astronomisch“ abgetan. Man könnte meinen, Verdi hätte verlangt, jedem Beschäftigten ein eigenes Raumfahrtprogramm zu finanzieren. Dressel vermittelte den Eindruck, als würde schon das bloße Aussprechen der Zahl 7 das gesamte Haushaltsgefüge ins schwarze Loch stürzen.

Die Gewerkschaft hingegen scheint in dieser Runde fest entschlossen: Wenn die Politik weiter so tut, als ließe sich die Inflation mit guten Wünschen und Kerzenlicht besiegen, dann könne man die Beschäftigten eben nur mit Streiks sichtbar machen.
Und man ahnt schon jetzt: Wenn Verdi streikt, dann sieht man’s. Und hört’s. Und spürt’s.

Währenddessen wirken die Arbeitgeber, als würden sie aus einer anderen Galaxie funken: „Wieso Gehaltserhöhung? Reicht doch, dass ihr arbeiten dürft.“
Das Budget sei knapp, die Spielräume klein, das Universum unendlich – und dennoch scheinen ausgerechnet sieben Prozent das Ende der bekannten Welt zu bedeuten.

Die Beschäftigten wissen längst, was auf sie zukommt: Wochen voller Schlagzeilen, Warnstreiks, Debatten über „Verhältnismäßigkeit“ und Politiker, die so tun, als sei die Forderung nach einem fairen Lohn ein revolutionärer Akt. Oh, und natürlich das beliebte Argument, man müsse „Maß halten“ – selbstverständlich nicht beim eigenen Diätenautomatismus, sondern beim Lohn derer, die die Infrastruktur der Republik am Laufen halten.

Kurz gesagt:
Die Tarifrunde 2025 wird kein Gespräch – sie wird ein episches Drama mit galaktischer Symbolik, gewerkschaftlichen Donnerschlägen und Landespolitikern, die in Schockstarre verfallen, sobald eine Zahl mit Prozentzeichen auftaucht.

Ob am Ende die Beschäftigten ein Angebot bekommen, das tatsächlich auf diesem Planeten existiert, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher:
Wenn Werneke sagt, er könne streiken, dann meint er das nicht metaphorisch.

Popcorn raus. Das wird groß.

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