In Sachsen ist die Jugendarbeitslosigkeit im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Laut einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion waren im Jahresdurchschnitt rund 13.800 Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet – ein Zuwachs von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit setzt sich ein Trend fort, der bereits in mehreren Regionen des Freistaats zu beobachten ist.
Das Wirtschaftsministerium führt den Anstieg vor allem darauf zurück, dass viele Betriebe zunehmend Schwierigkeiten sehen, geeignete Bewerber zu finden. Insbesondere mangelnde Leistungsfähigkeit, zu geringe Belastbarkeit sowie unzureichende Grundlagen in Mathematik und Deutsch würden von Unternehmen immer häufiger genannt. Die wirtschaftliche Lage stelle viele Betriebe zusätzlich vor Herausforderungen, wodurch die Bereitschaft, schwächer qualifizierte Jugendliche auszubilden, sinke.
Die Grünen kritisieren diese Sichtweise als zu pauschal und warnen vor einer Stigmatisierung junger Menschen. Statt Defizite einseitig den Jugendlichen zuzuschreiben, müsse die Landesregierung umfassend prüfen, welche strukturellen Faktoren zu dem Anstieg beitragen. Dazu gehören nach Auffassung der Partei unter anderem:
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regionale Unterschiede beim Ausbildungsangebot,
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geringe Mobilität vieler junger Menschen,
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fehlende sozialpädagogische Begleitung,
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sowie der strukturelle Wandel in Industrie- und Handwerksberufen.
Die Grünen fordern ein stärkeres Engagement des Landes, um Jugendlichen den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern – etwa durch zusätzliche Unterstützungsangebote, eine engere Zusammenarbeit zwischen Schulen, Betrieben und Arbeitsagenturen sowie eine Überarbeitung der Berufsorientierung.
Die Landesregierung kündigte an, die Entwicklung aufmerksam zu beobachten. Konkrete neue Maßnahmen wurden bislang jedoch nicht in Aussicht gestellt.