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Weihnachtsshopping macht so vielen Menschen Freude wie seit zehn Jahren nicht

huifeideyu1111 (CC0), Pixabay

Während viele Lebensbereiche derzeit von Preissteigerungen geprägt sind, bleibt die Lust am Schenken erstaunlich stabil. Eine aktuelle IMAS-Umfrage zeigt: Weihnachtseinkäufe machen so vielen Menschen Freude wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr.
Demnach geben 54 Prozent der Befragten an, dass ihnen das Geschenkekaufen heuer Freude bereitet – ein Spitzenwert, der zuletzt 2014 erreicht wurde.

Gleichzeitig empfindet rund jede siebente Person das Weihnachts-Shopping als Belastung. Für manche ist es der Stress der vollen Einkaufsstraßen, für andere die finanzielle Unsicherheit oder die Angst, nicht das „richtige“ Geschenk zu finden.

Teuerung dämpft das Budget – aber nicht die Motivation

Trotz allgemein hoher Preise möchten die meisten Menschen ihre Traditionen aufrechterhalten. Im Schnitt planen die Befragten 462 Euro für Weihnachtsgeschenke ein. Dieser Durchschnitt verdeckt allerdings extreme Unterschiede:

  • 4 % verzichten komplett auf Geschenke

  • 10 % machen keine Angaben zu ihrem Budget

  • 7 % kaufen für weniger als 100 Euro ein

  • 16 % liegen im Bereich zwischen 200 und 299 Euro

  • 16 % investieren zwischen 500 und 999 Euro

  • 3 % geben mehr als 2.000 Euro aus

Besonders bemerkenswert: 59 Prozent sagen klar, dass die Teuerung ihr Einkaufsverhalten beeinflusst. Viele planen gezielter, nutzen Rabatte oder setzen auf kleinere, persönliche Geschenke statt teurer Anschaffungen.

Wer früh plant, spart Nerven – aber viele bleiben Last-Minute-Käufer

Beim Zeitpunkt der Planung zeigt sich das traditionelle österreichische Bild:

  • Knapp ein Viertel beginnt mehr als einen Monat vor Weihnachten mit der Suche nach Geschenken

  • Ein weiterer Viertel-Anteil startet etwa vier Wochen vorher

  • Rund 20 Prozent beginnen zwei bis drei Wochen vor dem Fest

  • Einzelne – oft notorische Spätstarter – denken erst am Tag der Bescherung daran

Beim tatsächlichen Einkauf bleibt vieles wie gewohnt:

  • 18 % haben alles besonders früh erledigt

  • 21 % kaufen etwa eine Woche vor Weihnachten

  • 16 % erledigen den Großteil erst kurz vor dem Fest

  • 9 % gehören zu den klassischen „Christkindl-Einkäufern“ am 24. Dezember

Eine Stabilität, die zeigt: Trotz aller Trends zum Onlinekauf bleibt der „letzte Einkaufstag“ für viele ein Fixpunkt – teils aus Tradition, teils aus Notwendigkeit.

Warum steigt die Freude am Schenken gerade jetzt?

Expertinnen und Experten führen das gestiegene Wohlgefühl beim Geschenke-Kaufen auf mehrere Faktoren zurück:

  1. Soziale Nähe gewinnt nach Krisenjahren an Bedeutung.
    Nach Pandemie, Teuerung, geopolitischen Konflikten und wirtschaftlicher Unsicherheit wollen viele Menschen anderen bewusst etwas Gutes tun.

  2. Weihnachten bleibt ein emotionaler Anker.
    Auch wenn vieles teurer geworden ist, halten viele an Ritualen fest, die Stabilität geben.

  3. Konsumenten planen strategischer – und entspannter.
    Wer vergleicht, früh bestellt und budgetiert, empfindet weniger Stress – und mehr Freude.

  4. Onlinehandel nimmt Druck aus der Vorweihnachtszeit.
    Viele erledigen einen Teil ihrer Einkäufe bequem von zuhause, was das Gefühl von Überforderung mindert.

Was bedeutet das für den Handel?

Für den österreichischen Einzelhandel ist die Umfrage ein deutlich positives Signal. Die Erwartung:

  • Stabile Umsätze, trotz Preisbewusstsein

  • Zuwachs im Onlinehandel, aber auch volle Innenstädte an Adventsamstagen

  • Klarer Trend zu kleineren, emotionaleren, nachhaltigeren Geschenken

Handelsexperten rechnen damit, dass vor allem Bücher, Gutscheine, Elektronik und Spielwaren wieder stark nachgefragt werden – kombiniert mit wachsenden Kategorien wie nachhaltige Produkte oder selbstgemachte Geschenke.

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