Kurz vor der Veröffentlichung der neuesten Geschäftszahlen sorgt Tech-Investor Peter Thiel für einen Paukenschlag: Sein Hedgefonds hat sich vollständig von seinem Aktienpaket des Chipkonzerns Nvidia getrennt. Die Transaktion erfolgte bereits im dritten Quartal, wie aus Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht hervorgeht. Zum Quartalsende hatte das Paket noch einen Wert von rund 100 Millionen US-Dollar.
Der Verkauf kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Schon zuvor hatte der japanische Technologiekonzern Softbank milliardenschwer Nvidia-Aktien veräußert. Die Kombination dieser Verkäufe schürt an der US-Börse die Sorge, dass dem Höhenflug künstlicher Intelligenz die erste große Korrektur bevorstehen könnte.
Auch nach dem Kursrückgang der vergangenen Wochen ist Nvidia noch einer der wertvollsten Konzerne der Welt. Doch unter Investoren wächst die Skepsis. Zwar investieren große Technologieanbieter wie Amazon, Microsoft und Google weiterhin massiv in neue Rechenzentren – ausgestattet mit Nvidia-Hardware. Doch es mehren sich Zweifel, ob die enormen Kapazitäten künftig ausgelastet werden und ob sich die Kosten für den Ausbau der KI-Infrastruktur kurzfristig amortisieren.
Thiel selbst bleibt dem Technologiesektor treu. Sein Fonds hält weiterhin große Positionen in Apple, Microsoft und Tesla – wenngleich auch hier zuletzt Anteile reduziert wurden. Der Schritt zeigt, dass selbst ein Kenner der Szene die Bewertung mancher Tech-Werte inzwischen für riskant hält.
Im Mittelpunkt des Interesses stehen nun die Quartalszahlen, die Nvidia am Mittwoch nach US-Börsenschluss vorlegen wird. Analysten erwarten klare Signale: Setzt sich das Wachstum der KI-Investitionen ungebremst fort oder beginnen die großen Cloudkonzerne, ihre Ausgaben zu drosseln? Die Antwort könnte nicht nur den Kurs des Chipgiganten, sondern die Stimmung im gesamten Tech-Sektor maßgeblich beeinflussen.
An den Märkten wächst damit die Spannung, ob sich die Erfolgsgeschichte eines der wichtigsten Unternehmen der KI-Ära weiter fortschreiben lässt – oder ob eine Phase der Konsolidierung bevorsteht.