Der Bitcoin hat in den vergangenen Wochen deutlich an Wert verloren. Vom Rekordstand bei 126.080 US-Dollar ging es rund 33,7 Prozent abwärts – auf den niedrigsten Kurs seit April. Von einem massiven Einsturz könne dennoch keine Rede sein, ordnet ntv-Börsenexperte Patrick Dewayne ein. Er nennt vier zentrale Faktoren, die den Markt derzeit belasten.
1. Gewinnmitnahmen nach Rekorden
Nach dem starken Anstieg im Jahresverlauf hätten viele professionelle Anleger ihre Gewinne realisiert, so Dewayne. Solche Phasen seien nach Kursrekorden üblich und belasteten kurzfristig die Kurse.
2. Zunehmende Risikoaversion
Die jüngsten geopolitischen Spannungen sowie Unsicherheiten an den klassischen Finanzmärkten hätten dazu geführt, dass Investoren riskantere Anlagen meiden. Kryptowährungen gelten in solchen Phasen meist als Erstes als verzichtbarer Risikoanteil im Portfolio.
3. Strengere Regulierungsdebatten
Sowohl in den USA als auch in Europa wird über schärfere Regeln für den Kryptohandel diskutiert. Diese politische Unsicherheit drücke auf die Stimmung – selbst wenn eine konkrete Regulierung noch nicht beschlossen sei.
4. Liquiditätsdruck im Markt
Dewayne verweist zudem auf geringere Handelsvolumina. Weniger Liquidität verstärke Kursbewegungen nach unten, da größere Verkaufsorders den Preis schneller drücken.
Kein Anzeichen für einen Crash
Trotz des deutlichen Rückgangs sieht Dewayne keinen strukturellen Bruch. Die wesentlichen Parameter hinter der langfristigen Bitcoin-Story – darunter institutionelles Interesse, die knappe Angebotsstruktur und der Ausbau von Krypto-Infrastruktur – seien unverändert. Vieles spreche für einen typischen Zyklus, wie er nach größeren Rallys immer wieder vorkomme.