In einem Wohngebiet in Halberstadt sorgt ein ehemaliger Mieter seit Monaten für massive Unruhe. Obwohl er inzwischen zwangsgeräumt wurde, berichten Anwohner weiterhin von nächtlichen Störungen. Polizei und Feuerwehr rückten bereits mehrfach an, insgesamt gab es nach Angaben der Nachbarschaft rund 40 Einsätze.
Der Mann, ein 49-jähriger IT-Selbstständiger, war erst vor wenigen Monaten in eine Dachgeschosswohnung im Emerslebener Weg eingezogen. Der Vermieter, der dem Mieter aufgrund seines professionellen Auftretens zunächst vertraut hatte, sprach nach den ersten Nächten von einem „Fehlgriff“, da unmittelbar nach dem Einzug wiederkehrende, teils stundenlange Lärmbelästigungen begonnen hätten.
Mehrere Bewohner berichten übereinstimmend von lauten Schreien, Poltern und nächtlichem Klopfen. Gespräche oder Bitten um Ruhe seien abgeblockt worden. Auffällig sei zudem gewesen, dass der Mieter immer wieder verstummte, sobald die Polizei eintraf – und anschließend weitermachte, sobald die Streifenwagen wieder abgefahren waren.
Die Belastung für die Nachbarschaft war erheblich. Vier Anwohner legten ärztliche Atteste über Schlafstörungen vor, viele führten Lärmprotokolle. Nachbarn schilderten Geräusche, die wie das Werfen schwerer Gegenstände oder das Zerschlagen von Möbeln klangen.
Bereits wenige Tage nach seinem Einzug erhielt der Mann eine fristlose Kündigung, auf die er jedoch nicht reagierte. Erst als das Amtsgericht Anfang Oktober eine Zwangsräumung anordnete, wurde die Wohnung geräumt. Beim Betreten stellten Vermieter und Polizei erhebliche Schäden fest: zerstörte Einrichtungsgegenstände, mutwillig beschädigte Türen, manipulierte Leitungen und umfangreiche Verschmutzungen. Zudem fanden Beamte mehrere Cannabispflanzen in der Wohnung; es wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Trotz seines Auszugs, berichten Anwohner, kehre der Mann regelmäßig nachts zum Gebäude zurück und verhalte sich lautstark. Einige fühlen sich dadurch bedroht und hoffen auf nachhaltige Maßnahmen, um wieder Ruhe in ihrem Viertel zu bekommen.
Die Polizei bestätigt regelmäßige Einsätze in der Umgebung und ruft die Bewohner dazu auf, Vorfälle weiterhin zu melden. Ermittlungen gegen den ehemaligen Mieter laufen weiter.