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„Weniger zufrieden, schlechter bezahlt, geringer geschätzt: Studie zeigt deutliche Nachteile für Managerinnen“

phmaxiestevez (CC0), Pixabay

Eine aktuelle repräsentative Befragung der Wirtschaftsberatung EY zeigt deutlich: In deutschen Chefetagen herrscht weiterhin ein gravierendes Ungleichgewicht – nicht in Qualifikation oder Arbeitsleistung, sondern in Zufriedenheit, wahrgenommener Gerechtigkeit und Anerkennung.

Zufriedenheit: Ein Zweiklassensystem in der Führungsebene

Laut Studie sind 46 Prozent der männlichen Führungskräfte mit ihrer Arbeitssituation zufrieden. Bei den Frauen sind es nur 32 Prozent – also gut ein Drittel.
Dieser Unterschied wirft Fragen auf: Arbeiten Managerinnen unter schwierigeren Bedingungen? Oder erleben sie strukturelle Benachteiligungen, die ihre Zufriedenheit deutlich mindern?

Fachleute vermuten eine Mischung aus beidem.

Wahrgenommene Chancengleichheit: Männer sehen Fortschritte – Frauen nicht

Besonders deutlich wird das gefühlte Ungleichgewicht bei den Karrierechancen:

  • 75 Prozent der männlichen Führungskräfte finden, dass Chancengleichheit gut oder sehr gut umgesetzt wird.

  • Bei den Frauen stimmen nur 56 Prozent zu – fast jede zweite Managerin sieht also deutliche Defizite.

Das deutet darauf hin, dass Männer von bestehenden Strukturen stärker profitieren – oder Benachteiligungen nicht wahrnehmen, weil sie selbst davon nicht betroffen sind.

Finanzielle Anerkennung und Wertschätzung: Die unsichtbare Lücke

In Gesprächen mit Führungskräften zeigt sich häufig, dass Managerinnen:

  • schlechter bezahlt werden,

  • bei Bonusvergaben zurückfallen,

  • seltener gelobt oder wahrgenommen werden,

  • ihre Leistungen stärker beweisen müssen, um gesehen zu werden.

Auch wenn die EY-Studie diese Aspekte nicht im Detail aufschlüsselt, bestätigen zahlreiche andere Untersuchungen genau diese Muster.

Der doppelte Druck auf Frauen in Führungspositionen

Managerinnen berichten häufig von einem Spagat, der männlichen Kollegen so nicht in gleichem Maße abverlangt wird:

  • hohe Leistungserwartungen,

  • Unterrepräsentation in Leitungsnetzwerken,

  • geringere Fehlertoleranz,

  • häufigere Hinterfragung ihrer Autorität,

  • Rollenkonflikte zwischen Karriere und gesellschaftlich erwarteter familiärer Verantwortung.

Das Ergebnis ist oft: mehr Stress, weniger Anerkennung – und damit eine geringere Zufriedenheit.

Unternehmen stehen in der Verantwortung

Die EY-Ergebnisse senden ein klares Signal: Wer wirklich moderne, zukunftsfähige Führungskulturen schaffen will, muss strukturelle Hürden abbauen. Dazu gehören:

  • transparente Beförderungsprozesse,

  • faire Vergütungssysteme,

  • gleicher Zugang zu Netzwerken und Mentoring,

  • Verankerung von Diversität in Unternehmensstrategien,

  • Bewusstsein für unsichtbare Vorurteile („unconscious bias“).

Denn solange Frauen selbst an der Spitze spürbar weniger Zufriedenheit empfinden, ist von echter Gleichstellung keine Rede.

Fazit: Viel erreicht – aber noch lange nicht genug

Die Studie bestätigt, was Betroffene seit Jahren berichten: Die Chefetagen sind zwar weiblicher geworden, aber nicht gleichberechtigter.
Managerinnen fühlen sich häufiger übersehen, überlastet und im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen weniger gefördert.

Für Unternehmen ist das nicht nur ein Gleichstellungsthema, sondern auch ein wirtschaftliches – denn unzufriedene Führungskräfte bedeuten: weniger Motivation, höhere Fluktuation, geringere Innovationskraft.

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