Die dänische Regierung will Kinder und Jugendliche künftig besser vor den Risiken sozialer Medien schützen. In Kopenhagen haben sich Regierung und mehrere Parlamentsparteien darauf geeinigt, ein gesetzliches Mindestalter von 15 Jahren für die Nutzung bestimmter sozialer Netzwerke einzuführen.
Ziel der Maßnahme ist es laut Regierung, junge Menschen zu entlasten und ihnen „mehr Zeit für Ruhe, Spiel und persönliche Entwicklung“ zu geben. Damit reagiert Dänemark auf die zunehmende Sorge um die psychischen Auswirkungen von Social Media auf Kinder und Jugendliche.
Eltern dürfen Ausnahmen erlauben
Das geplante Gesetz sieht jedoch Ausnahmen vor: Eltern sollen ihren Kindern bereits ab 13 Jahren erlauben können, sich auf Plattformen wie Instagram, TikTok, Snapchat oder Facebook anzumelden. Voraussetzung ist eine aktive Zustimmung der Erziehungsberechtigten, um die Nutzung zu ermöglichen.
So will die Regierung eine Balance schaffen zwischen Kinderschutz und elterlicher Verantwortung.
Hintergrund: Sorge um psychische Gesundheit
Die Entscheidung folgt einer breiten gesellschaftlichen Debatte in Dänemark über den Einfluss sozialer Medien auf junge Menschen. Studien zeigen, dass übermäßige Social-Media-Nutzung mit Schlafstörungen, Stress, Depressionen und geringem Selbstwertgefühl bei Jugendlichen in Verbindung steht.
Dänemarks Bildungsministerin erklärte:
„Kinder brauchen echte soziale Erfahrungen, Bewegung und Ruhephasen – nicht ständige digitale Ablenkung. Mit dieser Regelung setzen wir ein klares Signal für den Schutz der Jugend.“
Umsetzung und Kontrolle
Die dänische Regierung will nun gemeinsam mit den Plattformbetreibern an einer technischen Altersverifikation arbeiten. Außerdem sollen Bußgelder drohen, wenn Anbieter die Altersgrenzen nicht ernsthaft umsetzen.
Das neue Gesetz soll nach einer Übergangsphase im kommenden Jahr in Kraft treten.
Europäischer Trend
Mit der geplanten Altersgrenze reiht sich Dänemark in eine wachsende Zahl europäischer Länder ein, die strengere Regeln für Minderjährige im Internet einführen. Auch Frankreich, Spanien und Irland diskutieren derzeit über ähnliche Modelle, um den Einfluss großer Plattformen auf Kinder einzuschränken.
Fazit
Dänemark will mit einem Mindestalter von 15 Jahren für soziale Netzwerke einen neuen Standard im europäischen Kinderschutz setzen. Eltern erhalten weiterhin Mitsprache, doch das Signal ist eindeutig: Weniger Bildschirmzeit, mehr Kindheit.