Die Verwüstungen, die Hurrikan Melissa in der Karibik hinterlassen hat, sind dramatisch: Fast sechs Millionen Menschen sind nach Angaben des UN-Welternährungsprogramms (WFP) von den Folgen betroffen. Besonders hart traf es Jamaika, Kuba und Haiti – Inselstaaten, die ohnehin mit wirtschaftlichen und infrastrukturellen Krisen kämpfen.
🌪️ Sechs Provinzen im Ausnahmezustand
Auf Haiti hat die Regierung für sechs der zehn Provinzen den Notstand ausgerufen. Ganze Dörfer wurden überflutet, Straßen weggespült, Strom- und Wasserversorgung zerstört.
Das Welternährungsprogramm (WFP) kündigte an, in einer ersten Phase rund 190.000 Menschen zu unterstützen, um ihnen die Rückkehr in ihre Häuser und den Wiederaufbau ihrer Lebensgrundlagen zu ermöglichen.
„Viele Familien haben alles verloren – ihre Häuser, ihre Ernten, ihre Hoffnung. Unsere Aufgabe ist es jetzt, ihnen beim Überleben zu helfen“, erklärte eine Sprecherin des WFP in Port-au-Prince.
🏝️ Zerstörung auf Jamaika und Kuba
Auch Jamaika und Kuba kämpfen mit den Folgen des Sturms. In beiden Ländern richtete Melissa schwere Schäden an der Infrastruktur an: zerstörte Straßen, eingestürzte Gebäude, Ernteausfälle.
Besonders in den ländlichen Regionen Kubas wurde die Stromversorgung großflächig unterbrochen, tausende Menschen mussten in Notunterkünften Schutz suchen.
Nach UN-Angaben kamen mindestens 63 Menschen in Jamaika und Haiti ums Leben – viele von ihnen durch Überschwemmungen und Erdrutsche infolge tagelanger Regenfälle.
🤝 Appell an die internationale Gemeinschaft
Das Welternährungsprogramm rief die internationale Gemeinschaft zu sofortiger Nothilfe auf.
„Wir brauchen jetzt dringend Unterstützung – finanziell, logistisch und personell“, sagte WFP-Regionaldirektorin Lola Castro.
Es gehe nicht nur um Lebensmittel, sondern auch um sauberes Trinkwasser, medizinische Versorgung und sichere Unterkünfte.
Das WFP arbeitet dabei eng mit den nationalen Regierungen und Hilfsorganisationen vor Ort zusammen.
Die Hilfsgüter – darunter Grundnahrungsmittel, Trinkwasser und Notfallpakete – sollen über regionale Lager in Panama und der Dominikanischen Republik verteilt werden.
⚠️ Haiti besonders verwundbar
Für Haiti, das ohnehin zu den ärmsten Ländern der westlichen Hemisphäre gehört, ist Melissa eine Katastrophe mit Ansage.
Bereits vor dem Sturm waren laut WFP mehr als die Hälfte der Bevölkerung auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.
Die aktuelle Krise droht die fragile Lage weiter zu verschärfen: Felder wurden zerstört, Ernten vernichtet, Häfen beschädigt – ein Rückschlag für ein Land, das ohnehin unter politischer Instabilität und Bandengewalt leidet.
🌍 Ein Sturm, der Grenzen sprengt
Meteorologen bezeichnen Melissa als einen der heftigsten Hurrikane der letzten Jahre in der Region.
Die Windgeschwindigkeiten erreichten in der Spitze über 230 Kilometer pro Stunde, begleitet von sintflutartigen Regenfällen.
Die Katastrophe zeigt einmal mehr, wie verletzlich Inselstaaten gegenüber den Folgen des Klimawandels sind – und wie schwer der Wiederaufbau ohne internationale Hilfe wird.
🕊️ Fazit
Während die Aufräumarbeiten erst beginnen, kämpft das Welternährungsprogramm darum, den Menschen vor Ort eine Perspektive zu geben.
Doch klar ist schon jetzt: Ohne globale Solidarität wird es Jamaika, Kuba und Haiti kaum gelingen, die Folgen dieses Sturms zu bewältigen.
„Melissa“ hat Spuren hinterlassen – nicht nur in der Landschaft, sondern auch im kollektiven Gedächtnis der Karibik.