Star-Investor Warren Buffett hinterlässt seinem künftigen Nachfolger ein beeindruckendes Erbe: Der von ihm geführte Investmentkonzern Berkshire Hathaway steuert zum Jahresende auf ein kräftiges Gewinnplus zu. Gleichzeitig verfügt das Unternehmen über so viele Barreserven wie nie zuvor – ein Zeichen für Buffets konservativen Kurs in unruhigen Zeiten.
Laut den jüngsten Quartalszahlen erzielte Berkshire in den ersten neun Monaten des Jahres einen operativen Gewinn von mehr als 28 Milliarden US-Dollar, ein Zuwachs von rund 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Barreserven des Unternehmens stiegen auf über 180 Milliarden Dollar – ein historischer Rekordwert. Buffett selbst bezeichnete die Finanzlage einmal mehr als „außergewöhnlich solide“.
Buffett bleibt vorsichtig – und kassiert Kritik
Trotz der eindrucksvollen Zahlen bleibt der 95-Jährige seinem Stil treu: vorsichtig, langfristig und mit Fokus auf Werterhalt. Große Übernahmen oder riskante Tech-Investitionen meidet Buffett weiterhin. Stattdessen konzentriert sich Berkshire auf seine Kernbeteiligungen, etwa Apple, Coca-Cola, American Express und BNSF Railway.
Gerade diese Zurückhaltung sorgt jedoch zunehmend für Kritik unter Analysten und Aktionären. Viele fordern, Berkshire müsse sein Kapital offensiver einsetzen – etwa durch den Ausbau von Beteiligungen in Zukunftsbranchen wie künstlicher Intelligenz, erneuerbare Energien oder Cloud-Technologie. Einige Experten warnen, dass das riesige Cash-Polster bei hoher Inflation an Wert verliere.
Ein Vermächtnis mit Weitblick
Buffett selbst sieht die Strategie anders: „Geduld ist die wichtigste Tugend beim Investieren“, betont er regelmäßig. In Zeiten geopolitischer Unsicherheit, hoher Zinsen und volatiler Märkte sei es wichtiger denn je, „auf Chancen zu warten, statt ihnen hinterherzulaufen“.
Mit dieser Philosophie hat Buffett über Jahrzehnte Anlegern gewaltige Renditen beschert: Seit seiner Übernahme von Berkshire Hathaway im Jahr 1965 ist der Aktienkurs um mehr als 3,6 Millionen Prozent gestiegen – eine Bilanz, die in der Finanzwelt ihresgleichen sucht.
Wer Buffetts Nachfolge antreten wird, gilt offiziell als offenes Geheimnis. Branchenbeobachter erwarten, dass Greg Abel, derzeit verantwortlich für das Energiegeschäft von Berkshire, das Ruder übernehmen wird. Ihm hinterlässt Buffett nicht nur eines der profitabelsten Unternehmen der Welt, sondern auch ein strategisches Polster für die Zukunft – viel Geld, wenig Schulden und ein klarer Kurs.
Trotz wachsender Kritik bleibt eines sicher: Warren Buffett verlässt die Bühne so, wie er sie betreten hat – als Inbegriff des besonnenen Investierens.