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Großrazzia in Syrien – Übergangsregierung geht massiv gegen IS vor

Clker-Free-Vector-Images (CC0), Pixabay

In Syrien haben Sicherheitskräfte nach Angaben der Übergangsregierung einen landesweiten Großeinsatz gegen mutmaßliche Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) durchgeführt. Wie das Innenministerium in Damaskus mitteilte, wurden bei mehr als 60 zeitgleichen Razzien in verschiedenen Provinzen über 70 Verdächtige festgenommen. Ein IS-Mitglied sei bei einem Schusswechsel getötet, ein Angehöriger der Sicherheitskräfte verletzt worden.

Der Einsatz markiert den bislang größten Schlag gegen die Extremisten seit dem Machtwechsel in Damaskus und kommt zu einem strategisch wichtigen Zeitpunkt: Nur einen Tag vor dem historischen Treffen des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa mit US-Präsident Donald Trump in Washington. Es wäre der erste Besuch eines syrischen Staatschefs im Weißen Haus überhaupt.

Beobachter sehen in der Aktion ein Signal an die internationale Gemeinschaft. Al-Scharaa bemüht sich seit seinem Amtsantritt, das vom Bürgerkrieg zerrüttete Land außenpolitisch neu auszurichten – weg von der jahrzehntelangen Isolation unter Baschar al-Assad, hin zu einer vorsichtigen Öffnung Richtung Westen.

In diplomatischen Kreisen wird erwartet, dass der Übergangspräsident in Washington den Beitritt Syriens zur US-geführten Anti-IS-Koalition verkünden könnte. Die jüngsten Festnahmen dürften diese Absicht unterstreichen.

Der sogenannte Islamische Staat hatte 2014 zeitweise rund ein Drittel Syriens sowie weite Teile des Irak unter seine Kontrolle gebracht. Zwar gilt die Miliz als militärisch besiegt, doch nach Schätzungen sind noch rund 2500 Kämpfer in der Region aktiv – viele in Wüstengebieten im Osten Syriens. Immer wieder kommt es dort zu Anschlägen auf Sicherheitskräfte und Zivilisten.

Für al-Scharaa ist der Kampf gegen den IS auch eine innenpolitische Bewährungsprobe. Nach dem Sturz Assads im vergangenen Jahr versucht der Übergangspräsident, Stabilität und Vertrauen zurückzugewinnen – in einem Land, das nach Jahren des Krieges wirtschaftlich am Boden liegt und politisch tief gespalten bleibt.

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