Ein schweres Unglück hat die nordwestmexikanische Stadt Hermosillo im Bundesstaat Sonora erschüttert: Bei einer gewaltigen Explosion in einer Filiale des Discounters Waldo’s im Stadtzentrum sind nach offiziellen Angaben mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten befinden sich auch mehrere Kinder, wie Gouverneur Alfonso Durazo in einer Videobotschaft bestätigte.
Weitere elf Personen wurden verletzt, fünf davon schwer. Sie werden derzeit in verschiedenen Kliniken behandelt. Das Ausmaß der Katastrophe ist nach Angaben der Behörden noch nicht vollständig absehbar. Die Einsatzkräfte waren stundenlang im Einsatz, um die Flammen zu löschen und das einsturzgefährdete Gebäude zu sichern.
Die Explosion ereignete sich am Samstagmittag (Ortszeit) inmitten des dichten Einkaufsbetriebs. Augenzeugen berichteten von einem lauten Knall, gefolgt von einer Feuerwalze, die innerhalb weniger Sekunden den gesamten Supermarkt erfasste. Mehrere Kunden und Angestellte sollen versucht haben, sich in Nebenräume zu retten, wurden dort jedoch von den Flammen eingeschlossen.
„Ich sah nur, wie das Dach zitterte und dann ein grelles Licht – dann schrieen alle und rannten hinaus“, schilderte eine Augenzeugin lokalen Medien.
Nach ersten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft von Sonora könnte ein technischer Defekt an einem Transformator im Inneren des Marktes den Brand ausgelöst haben. Hinweise auf einen Anschlag oder Sabotage liegen demnach bislang nicht vor. Die Ermittler sprachen jedoch von einem „komplexen Brandgeschehen“, das eine detaillierte technische Analyse erfordere.
Fotos und Videos aus Hermosillo zeigen die völlig ausgebrannte Fassade des Supermarkts, verkohlte Trümmer und zerstörte Nachbargebäude. Der Brand breitete sich rasch auf angrenzende Geschäfte aus, konnte aber durch die Feuerwehr nach rund zwei Stunden unter Kontrolle gebracht werden.
Die Regierung des Bundesstaats ordnete eine umfassende Untersuchung an. Gouverneur Durazo lobte die Rettungskräfte:
„Unsere Feuerwehrleute und Sanitäter haben mit größter Professionalität gehandelt und vielen Menschen das Leben gerettet.“
Die Katastrophe überschattete die Feierlichkeiten zum mexikanischen „Día de los Muertos“ (Tag der Toten), einem der wichtigsten Feste des Landes. Aus Respekt vor den Opfern wurden öffentliche Veranstaltungen in Hermosillo abgesagt.
Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum drückte den Familien der Opfer ihr Mitgefühl aus und versprach Unterstützung bei der Aufklärung der Ursachen. „Wir trauern mit den Menschen in Hermosillo – und wir werden alles tun, um den Betroffenen zu helfen“, schrieb sie auf X.
Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, das abgesperrte Gebiet zu meiden. Experten befürchten, dass Teile des Gebäudes einsturzgefährdet sind. Die Aufräum- und Bergungsarbeiten sollen sich noch über mehrere Tage hinziehen.