Dark Mode Light Mode

Hurrikan „Melissa“ droht zur Katastrophe zu werden – Kategorie 5 befürchtet

cromaconceptovisual (CC0), Pixabay

Der Tropensturm „Melissa“ hat sich in der Nacht zu Samstag über der Karibik rasant verstärkt und ist inzwischen ein Hurrikan der Kategorie 3 mit Windgeschwindigkeiten von rund 185 km/h. Meteorologen des US National Hurricane Center (NHC) warnen, dass sich der Sturm bis Montag zu einem seltenen Kategorie-5-Hurrikan entwickeln könnte – der höchsten Stufe der Skala.

Jamaika im Zentrum der Bedrohung

Das Auge des Sturms liegt derzeit etwa 200 Kilometer südöstlich von Kingston, Jamaika, und bewegt sich mit nur 5 km/h westwärts – eine fast stationäre Lage, die den Inselstaat besonders gefährlich macht.

„Es handelt sich um eine sehr ernste Situation mit katastrophalem Potenzial durch Regenfälle, Sturmfluten und Orkanböen“, warnte das NHC am Samstag.

Jamaikas Premierminister Andrew Holness rief die Bevölkerung eindringlich auf, sich vorzubereiten:

„Nehmen Sie diese Bedrohung ernst. Sichern Sie Ihr Zuhause, prüfen Sie Dach und Fenster, und verlassen Sie gefährdete Gebiete rechtzeitig.“

Meteorologen rechnen damit, dass Melissa spätestens Montagabend oder Dienstagmorgen auf Jamaika trifft – möglicherweise mit Windgeschwindigkeiten über 250 km/h.

Tage voller Regen, Wind und Sturmfluten

Bereits jetzt bringen Melissas äußere Regenbänder Sturzfluten und Erdrutsche nach Haiti und die Dominikanische Republik.

  • In Haiti kamen laut Zivilschutz mindestens drei Menschen ums Leben,
  • in der Dominikanischen Republik starb ein weiterer, über 1.000 Personen mussten evakuiert werden.

Für Jamaika gilt eine Hurrikanwarnung, für den Süden Haitis eine Hurrikanbeobachtung.

Nach Angaben des NHC werden in Teilen Südwest-Haitis und Jamaikas bis zu 1.000 Millimeter Regen erwartet – örtlich sogar bis zu 1.200 Millimeter. Auch Ost-Kuba droht Starkregen von über 400 Millimetern.

„Das ist eine lebensbedrohliche Lage. Viele Straßen und Brücken könnten zerstört und ganze Gemeinden abgeschnitten werden“, warnte das Hurrikanzentrum.

Langsame Bewegung – maximale Gefahr

Melissas extrem langsame Zuggeschwindigkeit verstärkt das Risiko: Wenn ein Sturm tagelang über denselben Gebieten verharrt, summieren sich die Regenmassen.
Das NHC zieht Parallelen zu Hurrikan Harvey (2017) und Dorian (2019), die beide durch tagelangen Stillstand verheerende Überschwemmungen auslösten.

Zudem verschärft die gebirgige Topografie Haitis und Jamaikas die Situation: Steile Hänge zwingen die feuchte Luft zum Aufsteigen – ähnlich wie ein nasser Schwamm, den man auswringt.

Vorbereitungen in Jamaika laufen

Jamaikas Gesundheitsminister Christopher Tufton versetzte alle Krankenhäuser in den „Notfallmodus“: Geplante Operationen wurden gestrichen, Betten geräumt.
Der Flughafen von Kingston schließt Samstagabend, weitere Flughäfen sollen folgen.

Meteorologe Evan Thompson sprach von einer nie dagewesenen Herausforderung:

„Der Sturm wird über uns verharren, Regen wie aus Eimern bringen und sich kaum bewegen. Kein Teil des Landes wird verschont bleiben.“

Arbeiter in Kingston versuchten am Samstag, den Sandy Gully, einen 20 Kilometer langen Abwasserkanal, von Müll und Schlamm zu befreien – in der Hoffnung, dass er die Wassermassen aufnehmen kann.

Melissa könnte Rekorde brechen

Sollte „Melissa“ tatsächlich als Kategorie-5-Hurrikan auf Jamaika treffen, wäre das der stärkste Sturm, der je auf die Insel getroffen ist.

Die Erwärmung der Karibik spielt dabei eine zentrale Rolle: Das Meer ist außergewöhnlich warm – und die Hitze reicht bis in große Tiefen, was eine Abschwächung des Sturms nahezu unmöglich macht.

„Melissa frisst sich am warmen Wasser satt“, sagen Meteorologen – und warnen, dass solche rapiden Intensifizierungen durch den Klimawandel künftig häufiger auftreten werden.

Die US-Ostküste ist laut Prognosen nicht direkt bedroht, könnte aber in den kommenden Tagen hohen Wellengang und gefährliche Strömungen spüren.


Fazit:
„Melissa“ ist langsam, gewaltig und potenziell katastrophal. Jamaika bereitet sich auf den schlimmsten Sturm seiner jüngeren Geschichte vor – und die Karibik hält den Atem an.

 

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

WestInvest ImmoValue 2025 – Stabilität in schwierigen Märkten mit moderatem Wachstumspotenzial

Next Post

Leipzig:Wenn der Opernball zum Buhruf-Festival wird