Die Windparks Borne III und Welbsleben Nr. 24 GmbH & Co. KG mit Sitz in Erkelenz hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024 veröffentlicht. Die Gesellschaft betreibt Windenergieanlagen an zwei Standorten und gehört zu den kleineren Kapitalgesellschaften & Co. im Sinne des § 267 HGB. Der Abschluss zeigt eine weitgehend stabile Vermögenslage, allerdings mit einer deutlichen Reduzierung der liquiden Mittel gegenüber dem Vorjahr und hohen langfristigen Rückbauverpflichtungen, die für Anleger ein wichtiges Bewertungskriterium darstellen.
Bilanzentwicklung: Deutlich schrumpfende Bilanzsumme
Die Bilanzsumme ging von 4,99 Mio. Euro (2023) auf 2,91 Mio. Euro (2024) zurück – ein Rückgang um rund 42 Prozent. Diese Veränderung ist vor allem auf den Abbau von Forderungen und Guthaben bei Kreditinstituten zurückzuführen.
Das Umlaufvermögen sank von 4,86 Mio. Euro auf 2,77 Mio. Euro, was auf eine Verwendung von liquiden Mitteln für laufende Kosten, Tilgungen oder Ausschüttungen schließen lässt. Das Anlagevermögen blieb mit 95.428 Euro konstant, was darauf hindeutet, dass keine neuen Investitionen in Windenergieanlagen oder sonstige Vermögenswerte vorgenommen wurden.
Positiv zu bewerten ist der Anstieg der Finanzanlagen um 10.000 Euro, was auf verstärkte Beteiligungsaktivitäten oder Rücklagen innerhalb des Konzernverbunds hinweisen kann.
Eigenkapital und Ergebnislage
Das Eigenkapital sank von 3,83 Mio. Euro auf 2,10 Mio. Euro, also um rund 1,73 Mio. Euro. Da kein Jahresergebnis ausgewiesen wurde, ist anzunehmen, dass Ausschüttungen oder Entnahmen vorgenommen wurden oder stille Reserven abgebaut wurden.
Mit einer Eigenkapitalquote von etwa 72 Prozent bleibt die Gesellschaft jedoch weiterhin solide kapitalisiert. Für Anleger bedeutet das: Trotz Kapitalminderung besteht weiterhin eine hohe finanzielle Stabilität und damit eine gewisse Risikotragfähigkeit für laufende Betriebskosten und Verpflichtungen.
Rückstellungen und Rückbauverpflichtungen
Ein zentrales Element des Jahresabschlusses betrifft die Rückstellungen, die von 880.243 Euro auf 691.533 Euro reduziert wurden.
Diese beinhalten insbesondere die Rückbauverpflichtungen für die Windenergieanlagen, die im Jahr 2025 und 2026 realisiert werden sollen.
Laut Anhang plant die Gesellschaft:
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Rückbaukosten von ca. 325.000 Euro im Jahr 2025,
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sowie rund 103.000 Euro im Jahr 2026.
Die Bewertung erfolgte auf Basis einer jährlichen Preissteigerungsrate von 2 Prozent und unter Berücksichtigung von Schrottverwertungserlösen. Der handelsrechtliche Ansatz der Rückbaurückstellung beläuft sich auf 403.190,50 Euro.
Diese Verpflichtung ist für Anleger wesentlich, da sie unmittelbar Einfluss auf die zukünftige Liquiditätslage hat. Der Rückbau von Windkraftanlagen ist ein erheblicher Kostenfaktor und muss über die Jahre der Nutzung ratierlich angespart werden. Die konsequente Bildung dieser Rückstellung zeigt eine vorsichtige und solide kaufmännische Praxis, reduziert aber zugleich kurzfristig den bilanziellen Gewinnspielraum.
Verbindlichkeiten und laufende Verpflichtungen
Die Verbindlichkeiten reduzierten sich deutlich von 285.755 Euro auf 123.934 Euro, was auf Tilgungen oder geringere kurzfristige Außenverpflichtungen hindeutet.
Bemerkenswert ist, dass sämtliche Verbindlichkeiten eine Restlaufzeit von unter einem Jahr haben und damit keine langfristige Verschuldung besteht.
Darüber hinaus bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Pacht-, Wartungs- und Geschäftsführungsverträgen in Höhe von insgesamt 502.358 Euro, wovon 297.648 Euro Laufzeiten von über einem Jahr betreffen. Diese langfristigen Betriebskosten müssen in künftigen Perioden erwirtschaftet werden und beeinflussen die Rentabilität nachhaltig.
Unternehmensführung und Struktur
Die Geschäfte wurden 2024 durch Luise Laß und Dipl.-Oec. Carsten Meyer geführt, die als Geschäftsführer der Borne und Welbsleben Verwaltungs GmbH tätig sind. Die Verwaltungs-GmbH fungiert als persönlich haftende Gesellschafterin mit einem Kapital von 25.000 Euro. Diese Struktur ist für Windparkgesellschaften typisch, da sie das operative Risiko begrenzt und die Haftung klar trennt.
Bewertung aus Anlegersicht
Aus Sicht der Anleger zeigt der Jahresabschluss ein stabiles, aber reiferes Beteiligungsprojekt mit Fokus auf den Betrieb und die Abwicklung bestehender Windenergieanlagen. Die Gesellschaft verfügt über:
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eine hohe Eigenkapitalquote,
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kaum Fremdverbindlichkeiten,
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und eine vorsichtige Bilanzierungspolitik.
Allerdings sind zwei Entwicklungen kritisch zu beobachten:
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Der deutliche Rückgang der liquiden Mittel von 3,77 Mio. Euro auf 2,38 Mio. Euro deutet auf Mittelabflüsse hin, deren Zweck nicht näher erläutert wird.
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Die hohen Rückbauverpflichtungen werden die zukünftigen Ergebnisse belasten und könnten Liquiditätsengpässe verursachen, sofern keine regelmäßigen Einnahmen aus Stromerträgen mehr fließen.
Fazit
Die Windparks Borne III und Welbsleben Nr. 24 GmbH & Co. KG befindet sich in einer Phase der Liquiditätsreduzierung und bilanziellen Bereinigung, bleibt aber finanziell solide aufgestellt. Der Abschluss 2024 spiegelt eine konservative Bilanzpolitik wider, die das langfristige Risiko aus Rückbaukosten realistisch abbildet.
Für Anleger bedeutet das: Die Gesellschaft zeigt keine akute Gefährdung, jedoch ein schwindendes Ertragspotenzial und eine zunehmende Fokussierung auf den geordneten Rückbau der Anlagen. Künftige Berichte sollten zeigen, ob die Gesellschaft durch mögliche Nachfolgeprojekte oder Umstrukturierungen neue wirtschaftliche Impulse setzen kann.