Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland erfahren künftig endlich genauer, wo ihr Honig wirklich herkommt. Der Bundesrat hat einer neuen Honig-Kennzeichnungsverordnung zugestimmt, die mehr Transparenz über die Herkunft der Bienenprodukte bringen soll.
Bislang durften Hersteller ihre Gläser mit vagen Angaben versehen – etwa mit Formulierungen wie „Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern“. Das machte es praktisch unmöglich zu erkennen, ob der Honig aus Brandenburg, Bulgarien oder Brasilien stammt. Damit ist nun Schluss:
Ab Juni kommenden Jahres müssen alle Herkunftsländer, aus denen der Honig stammt, klar auf dem Etikett genannt werden.
🍯 Was sich für Verbraucher ändert
Die neue Regelung verpflichtet Importeure und Abfüller, auf der Verpackung sämtliche Ursprungsländer des Honigs in der Reihenfolge ihres Anteils anzugeben. Verbraucher können damit künftig auf einen Blick erkennen, ob sie ein rein deutsches Produkt kaufen – oder eine internationale Mischung aus mehreren Ländern.
Damit reagiert der Gesetzgeber auf anhaltende Kritik von Verbraucherschützern und Imkerverbänden, die seit Jahren bemängeln, dass die bisherigen Angaben kaum Rückschlüsse auf Qualität oder Herkunft zulassen.
🌍 Honig aus aller Welt
Deutschland zählt zu den größten Honigmärkten Europas – allerdings mit hohem Importanteil. Rund zwei Drittel des hier verkauften Honigs stammen nicht aus Deutschland, sondern werden eingeführt, vor allem aus der Ukraine und Argentinien. Viele Verbraucher greifen im Supermarkt zu Produkten, die auf den ersten Blick „regional“ wirken, tatsächlich aber aus globalen Mischungen bestehen.
🐝 Ein Schritt gegen Verbrauchertäuschung
Mit der neuen Kennzeichnungspflicht soll genau das verhindert werden. Ziel ist es, ehrlichere Etiketten, mehr Markttransparenz und eine faire Chance für heimische Imker zu schaffen. Diese hatten sich lange darüber beklagt, dass billige Importware – oft zu Dumpingpreisen – als „europäischer Honig“ deklariert wurde und so den Wettbewerb verzerrte.
Die Verbraucherzentrale begrüßte die Entscheidung des Bundesrats:
„Endlich können Kundinnen und Kunden nachvollziehen, was tatsächlich im Glas steckt“, heißt es in einer Stellungnahme.
Für Honigliebhaber bedeutet das: Wer künftig regionalen Honig kaufen will, wird ihn leichter erkennen – und wer lieber eine internationale Bienenmischung im Frühstücksglas hat, weiß nun auch, woher sie wirklich stammt.