In Deutschland wächst offenbar die Verunsicherung im Zusammenhang mit der Diskussion um ein neues Wehrdienstgesetz. Beratungsstellen für Kriegsdienstverweigerung berichten von einem starken Anstieg der Anfragen, insbesondere von besorgten Eltern.
Nach Angaben der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) wurde ihre Internetseite im September mehr als 125.000 Mal aufgerufen – mehr als doppelt so oft wie im August mit rund 55.000 Zugriffen. Auch die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden meldet eine wachsende Zahl von Ratsuchenden, die Informationen über ihre Rechte und Möglichkeiten im Falle einer Einberufung suchen.
Der Grund für die steigende Nachfrage liegt in der aktuellen politischen Debatte über die Zukunft der Wehrpflicht. Während die Bundesregierung bislang auf ein freiwilliges Dienstmodell setzt, fordert die Union ein Losverfahren, falls sich nicht genügend junge Männer und Frauen für den Dienst bei der Bundeswehr melden.
Viele Familien fürchten, dass ein solches Verfahren zu einer de-facto-Wiedereinführung der Wehrpflicht führen könnte. Die Beratungsstellen betonen, dass das Interesse an Informationen zur Kriegsdienstverweigerung seit Jahren nicht mehr so groß gewesen sei – ein Zeichen, wie stark die Diskussion um mögliche neue Wehrdienstformen die Gesellschaft bewegt.