In Wien warnt die Polizei erneut vor einer mutmaßlich international agierenden Einbrechergruppe, die gezielt Türschlösser mit Säure verätzt, um sich Zugang zu Wohnungen zu verschaffen. In den Bezirken Landstraße und Penzing kam es Anfang Oktober zu mehreren Einbruchsversuchen dieser Art.
Zwischen dem 30. September und dem 6. Oktober 2025 wurden in einem Mehrparteienhaus in der Landstraße drei Wohnungen angegriffen, wobei die Täter offenbar ätzende Substanzen – vermutlich Salpetersäure – verwendeten, um die Schließmechanismen zu zerstören. In Penzing kam es wenige Tage später zu einem ähnlichen Vorfall: Ein Einbruch wurde vollendet, ein weiterer blieb beim Versuch.
Polizei vermutet europaweit vernetzte Täter
Das Landeskriminalamt Wien hat die Ermittlungen aufgenommen und prüft mögliche Verbindungen zu einer bisher über 500 Taten umfassenden Serie, die bereits im vergangenen Jahr in mehreren europäischen Ländern registriert wurde. Die Tätergruppe ist laut Polizei hochmobil und arbeitsteilig organisiert, mit Spezialisierung auf Einbrüche in Mehrparteienhäusern.
Die Beute besteht meist aus leicht transportierbaren Wertgegenständen – vor allem Bargeld, Schmuck und kleinere Elektronikgeräte. Hinweise deuten darauf hin, dass die Einbrecher gezielt Gebäude auswählen, deren Bewohner tagsüber abwesend sind.
Gefährliche Spuren – Polizei warnt vor direktem Kontakt
Die Wiener Polizei ruft alle Bewohner zur Vorsicht und Wachsamkeit auf:
Wer Beschädigungen an Türschlössern oder Flüssigkeitsreste bemerkt, sollte keinen direkten Kontakt aufnehmen. Nach bisherigen Erkenntnissen wird häufig Salpetersäure eingesetzt – ein Stoff, der Haut, Augen und Atemwege schwer reizen oder verätzen kann.
Polizeihinweise:
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Kein Kontakt mit Flüssigkeiten an Schlössern oder Türen – sofort Abstand halten.
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Augen, Haut oder Kleidung bei möglichem Kontakt nur mit klarem Wasser spülen, keine Zusätze verwenden.
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Notruf 133 wählen und den Vorfall melden.
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Verdächtige Spuren, Flüssigkeiten oder Markierungen an Türen möglichst fotografieren, ohne sie zu berühren.
Kooperation mit ausländischen Ermittlern
Da ähnliche Einbrüche in Deutschland, Italien, Spanien und Tschechien registriert wurden, arbeitet die Wiener Polizei eng mit internationalen Strafverfolgungsbehörden zusammen. In mehreren Ländern gab es bereits Festnahmen, die auf ein organisiertes Netzwerk professioneller Einbrecher hindeuten.
Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, verdächtige Beobachtungen sofort zu melden – jede noch so kleine Spur könne entscheidend sein, um die „Säurebande“ zu stoppen.