Ein plötzlich aufziehender Schneesturm hat rund 200 Wanderer in der Region rund um den Mount Everest in Lebensgefahr gebracht. Auf etwa 4900 Metern Höhe sitzen sie nun fest – eingeschneit, abgeschnitten von der Außenwelt und bedroht von Kälte, Erschöpfung und der Gefahr neuer Lawinen. Die Rettungskräfte kämpfen mit blockierten Wegen, schlechter Sicht und instabilen Schneemassen – ihr Vorstoß wird teilweise mit Ochsen und Maultieren unternommen.
Ein Drama in extremer Höhe
Seit Tagen herrschen im Himalaya extreme Wetterbedingungen. Die plötzliche Wetterverschlechterung traf viele Wandergruppen völlig unvorbereitet. Betroffen sind insbesondere Menschen, die sich auf sogenannten Trekking-Touren rund um das Everest-Gebiet befanden – nicht auf dem Gipfel selbst, aber in teils hochgelegenen Camps und Trails.
Die Betroffenen stammen aus verschiedenen Ländern, darunter viele Touristen ohne alpine Erfahrung, wie Bergsteiger und Extremsportler betonen:
„Das sind keine erfahrenen Bergsteiger. Das sind Menschen, die sich auf kommerzielle Trekkingtouren verlassen und dabei oft unterschätzen, wie schnell sich die Situation im Hochgebirge ändern kann.“
Straßen blockiert – Rettung im Schneckentempo
Die chinesischen Einsatzkräfte versuchen, die Eingeschlossenen zu erreichen – teilweise zu Fuß oder mit Packtieren, weil Straßen verschüttet oder unpassierbar sind. Hubschrauberflüge sind wegen dichter Schneefälle und schlechter Sicht bislang kaum möglich.
Die Lage ist brisant, denn neben der Kälte setzen den Eingeschlossenen vor allem Höhenkrankheit, Erschöpfung und der Mangel an Sauerstoff zu.
Sauerstoff, Geduld – und mentale Stärke
Extrembergsteiger erklärt, dass ab etwa 5000 Metern der Körper deutlich mehr Sauerstoff braucht. Viele der Eingeschlossenen sind jedoch nicht ausreichend akklimatisiert:
„Wer hier nicht vorbereitet ist oder kein zusätzliches Sauerstoffsystem mitführt, gerät rasch in ernsthafte Schwierigkeiten. Es geht jetzt ums Überleben – um richtige Entscheidungen, um Ruhe zu bewahren und um die Hoffnung, bald gefunden zu werden.“
Experten: Das Risiko wird unterschätzt
Kritik kommt auch von Alpinisten und Expeditionsleitern, die bemängeln, dass immer mehr unerfahrene Touristen in hochalpine Regionen vordringen – angelockt von Social-Media-Bildern, aber ohne echtes Bewusstsein für die Risiken. Die aktuellen Ereignisse zeigen auf dramatische Weise, wie gefährlich das werden kann.
Hoffnung auf Wetterbesserung
Meteorologen rechnen mit einer leichten Wetterberuhigung in den kommenden Tagen – eine wichtige Voraussetzung, damit Hubschrauber und Rettungskräfte mit schwerem Gerät zu den Eingeschlossenen vordringen können.
Noch ist unklar, wie viele Menschen medizinische Hilfe brauchen oder ob es bereits Tote gibt. Angehörige weltweit bangen um das Schicksal der Wanderer.
Fazit:
Was als ambitionierte Trekkingtour begann, ist für Hunderte Menschen zum Überlebenskampf geworden. Der Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Kommerzialisierung extremer Bergregionen – und die unterschätzte Gefahr des Hochgebirges für Unerfahrene.