Immer mehr Menschen in Bayern fallen auf betrügerische Anlageplattformen im Internet herein. Die Täter locken mit Versprechen auf schnelle Gewinne, professionell gestalteten Webseiten und vermeintlichen Empfehlungen prominenter Persönlichkeiten. Das Polizeipräsidium Straubing warnt nun eindringlich vor diesen Maschen, die bereits Schäden in sechsstelliger Höhe verursacht haben.
Hohe Verluste im Bayerischen Wald
Mehrere aktuelle Fälle aus dem Bayerischen Wald zeigen, wie perfide die Betrüger vorgehen. Eine 44-jährige Frau aus dem Altlandkreis Viechtach verlor über 150.000 Euro, nachdem sie 2022 in eine angeblich lukrative Geldanlage in Ungarn investiert hatte. Auch ein 66-jähriger Mann aus dem Landkreis Deggendorf wurde Opfer: Er überwies im Sommer 25.000 Euro auf ein maltesisches Konto, das sich später als Teil eines Betrugsnetzwerks herausstellte.
Ein 79-jähriger Rentner aus dem Landkreis Regen verlor ebenfalls 20.000 Euro, nachdem er sich bei mehreren Online-Plattformen angemeldet hatte, die ihm hohe Gewinne versprachen. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter über internationale Netzwerke agieren und mit professioneller Manipulation gezielt Vertrauen aufbauen.
Lockangebote mit Prominenten und Krypto-Versprechen
Besonders beliebt sind Fake-Anzeigen mit bekannten Persönlichkeiten, etwa aus der TV- oder Finanzwelt. Die Betrüger werben damit, dass diese angeblich erfolgreich in bestimmte Projekte investiert hätten. Dadurch wirken die Seiten besonders seriös – tatsächlich sind die Namen und Bilder der Prominenten ohne deren Wissen oder Zustimmung verwendet.
Auch im Bereich Kryptowährungen häufen sich die Fälle. Ein 47-jähriger Mann aus Illertissen (Schwaben) verlor zuletzt fast 100.000 Euro, nachdem ihm über eine Social-Media-Plattform ein Investment in digitale Coins angeboten worden war. Um mitzumachen, nahm er sogar mehrere Kredite auf. Nachdem ihm zunächst hohe Gewinne auf seinem vermeintlichen Handelskonto angezeigt wurden, war das Geld kurze Zeit später vollständig verschwunden.
Polizei: „Ungewöhnlich hohe Renditen sind fast immer Betrug“
Die Polizei mahnt, bei ungewöhnlich hohen Renditeversprechen grundsätzlich skeptisch zu sein. „Wer mit garantierten zweistelligen Zinsen oder schnellen Gewinnen wirbt, will in der Regel nur eines: Ihr Geld“, so ein Sprecher des Polizeipräsidiums Straubing.
Zudem rät die Polizei:
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Keine Zahlungen an unbekannte Anbieter leisten – auch nicht für angebliche Verifizierungen oder Steuergebühren.
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Keine Fernzugriffe auf Computer oder Smartphones erlauben.
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Unbedingt die BaFin-Datenbank prüfen, ob der Anbieter überhaupt zugelassen ist.
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Sofort Anzeige erstatten, wenn Zweifel bestehen oder Geld bereits geflossen ist.
Fälle nehmen weiter zu – Millionenverluste in Bayern
Allein in Bayern wurden laut Landeskriminalamt in den letzten zwei Jahren mehrere Hundert Betrugsfälle mit einem Gesamtschaden in Millionenhöhe registriert. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und unerfahrene Online-Anleger, die mit professionell wirkenden Plattformen und gefälschten Gewinnausweisen in die Falle gelockt werden.
Ein besonders aufsehenerregender Fall war der sogenannte „Dubai-Prozess“: Ein 36-jähriger Beamter wurde im Sommer 2025 zu vier Jahren Haft verurteilt, weil er mindestens elf Anleger um über eine Million Euro betrogen hatte. Das Landgericht Augsburg sah es als erwiesen an, dass der Mann systematisch Vertrauen erschlich und mit gefälschten Unterlagen arbeitete.
Fazit
Die aktuellen Fälle zeigen: Anlagebetrug im Internet ist professionell organisiert, international vernetzt und emotional manipulativ. Die Polizei appelliert an Anlegerinnen und Anleger, jeden Investmentanbieter kritisch zu prüfen – und bei unrealistisch hohen Renditeversprechen eines zu tun: sofort Abstand nehmen.