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Australien unterzeichnet wichtiges Verteidigungsabkommen mit Papua-Neuguinea

Maximilianovich (CC0), Pixabay

Australien und Papua-Neuguinea (PNG) haben ein umfassendes Sicherheits- und Verteidigungsabkommen geschlossen, das beiden Staaten gegenseitige militärische Unterstützung zusichert. Das Abkommen gilt als Meilenstein in den Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten im Pazifik – und als strategisches Signal gegenüber China.

Gegenseitiger Beistand im Angriffsfall

Das neue Abkommen sieht vor, dass sich Australien und Papua-Neuguinea gegenseitig unterstützen, falls einer der beiden Staaten angegriffen wird. Zudem erhält Australien Zugang zu militärischen Einrichtungen und Truppen in Papua-Neuguinea.
Im Gegenzug sollen bis zu 10.000 Soldatinnen und Soldaten aus Papua-Neuguinea künftig in den australischen Streitkräften dienen können – mit der Option, später die australische Staatsbürgerschaft zu beantragen.

Australiens Premierminister Anthony Albanese und Papuas Premierminister James Marape bezeichneten die Vereinbarung als Ausdruck einer „Partnerschaft auf Augenhöhe“. Marape betonte, Australien sei für sein Land der „Partner der Wahl“.

Ziel: Einfluss Chinas im Pazifik begrenzen

Offiziell sprechen beide Regierungen von einer Vertiefung der historischen Freundschaft – Beobachter sehen das Abkommen jedoch im Kontext geopolitischer Spannungen.
Der australische Thinktank Lowy Institute erklärte, das Abkommen solle verhindern, dass China ähnlichen Zugang zu Infrastruktur und Sicherheitskooperationen in Papua-Neuguinea erhält wie auf anderen pazifischen Inseln.

In den vergangenen Jahren hat China seine Präsenz im Südpazifik deutlich ausgebaut – durch Handelsabkommen, Investitionen und sicherheitspolitische Kooperationen. Besonders das Sicherheitsabkommen zwischen China und den Salomonen von 2022 sorgte in westlichen Hauptstädten für Unruhe: Es erlaubt chinesischen Polizisten, im Inselstaat tätig zu sein, und könnte langfristig auch militärische Präsenz ermöglichen.

Reaktion Australiens und westlicher Partner

Australien und seine Verbündeten – darunter die USA und Neuseeland – versuchen, diesem wachsenden Einfluss Chinas entgegenzuwirken. Canberra hat in den vergangenen Jahren mehrere Initiativen gestartet, um Sicherheits- und Entwicklungspartnerschaften in der Region zu stärken.

Im Dezember 2024 hatte Australien bereits 190 Millionen australische Dollar in die Polizei der Salomonen investiert und ein Ausbildungszentrum errichtet. Ähnliche Abkommen bestehen auch mit Tuvalu.

Das neue Sicherheitsabkommen mit Papua-Neuguinea gilt daher als strategische Schlüsselkomponente der australischen „Pacific Step-Up“-Politik, mit der Canberra seine Rolle als Hauptsicherheitsgarant im Südpazifik festigen will.

Papua-Neuguinea – Schlüsselland im Südpazifik

Mit fast 12 Millionen Einwohnern ist Papua-Neuguinea der bevölkerungsreichste Staat des Südpazifiks. Das Land liegt geografisch nur wenige hundert Kilometer nördlich von Australien und spielt eine zentrale Rolle für die regionale Stabilität.
Das Abkommen vertieft nicht nur militärische Zusammenarbeit, sondern umfasst auch Programme zur Ausbildung, Infrastrukturmodernisierung und Katastrophenhilfe.

Premierminister Marape sagte bei der Unterzeichnung in Port Moresby, das Abkommen sichere „eine stabile und souveräne Zukunft für Papua-Neuguinea – gemeinsam mit einem verlässlichen Partner“.

Symbolische Bedeutung

Für Australien bedeutet das Abkommen mehr als militärische Zusammenarbeit: Es ist ein politisches Signal an die gesamte Region – und an Peking.
Durch die engere Bindung an Papua-Neuguinea will Canberra zeigen, dass Sicherheitsinteressen im Pazifik künftig stärker von den Anrainerstaaten selbst gestaltet werden – und nicht durch externe Mächte.

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