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Igelstachelbart ist „Pilz des Jahres 2026“ – seltener Gourmetpilz unter Naturschutzdruck

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) hat den Igelstachelbart (Hericium erinaceus) zum „Pilz des Jahres 2026“ gekürt. Der außergewöhnlich geformte, cremeweiße Pilz wächst bevorzugt in feuchten Laubwäldern an frischem Totholz und gilt als besonders schmackhafter Speisepilz – zugleich ist er in der Natur selten geworden und bedroht.

🌳 Ein seltener Bewohner feuchter Wälder

Der Igelstachelbart, auch bekannt unter den Namen Löwenmähne, Pom-Pom blanc, Affenkopfpilz oder dem japanischen Begriff Yamabushitake, bildet dichte, zottelige Fruchtkörper, die an eine weiße Koralle erinnern. Er wächst meist an Buchen- oder Eichenstämmen, bevorzugt in Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit und intakten Waldökosystemen.

Wegen seiner hohen Ansprüche an Standort und Klima gilt er heute in vielen Teilen Deutschlands als selten. Durch den Rückgang alter Laubwälder und den Mangel an geeignetem Totholz steht die Art in mehreren Bundesländern auf der Roten Liste gefährdeter Pilze.

🍽️ Beliebt in Küche und Naturheilkunde

Der Igelstachelbart ist nicht nur ein kulinarischer Geheimtipp, sondern wird in der asiatischen Medizin seit Jahrhunderten geschätzt. Ihm werden gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben – unter anderem eine stärkende Wirkung auf das Nervensystem und positive Effekte auf die Verdauung.

In der modernen Küche ist der Pilz aufgrund seiner fleischigen Konsistenz und seines feinen Aromas ein beliebter Fleischersatz. Er lässt sich braten, grillen oder panieren und ist mittlerweile auch kultiviert im Handel erhältlich.

⚠️ Schutz der Wildbestände

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie mahnt zur Zurückhaltung beim Sammeln des Pilzes in freier Natur. Die Wildbestände seien durch Habitatverlust, Klimaveränderungen und unkontrollierte Entnahme stark gefährdet.

„Der Igelstachelbart steht für die Vielfalt und Zerbrechlichkeit unserer Wälder. Er erinnert uns daran, wie wichtig alte, naturbelassene Waldbestände für das Ökosystem sind“, erklärte ein Sprecher der DGfM.

Mit der Wahl zum Pilz des Jahres 2026 will die Gesellschaft auf die Bedeutung des Artenschutzes bei Großpilzen aufmerksam machen. Ziel ist es, sowohl Bewusstsein für bedrohte Pilzarten zu schaffen als auch Waldökosysteme langfristig zu schützen.

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