In Frankreich haben massive landesweite Streiks am Mittwoch zu umfangreichen Einschränkungen im öffentlichen Leben geführt – sogar der Eiffelturm musste vorübergehend geschlossen werden.
Wie die Betreibergesellschaft mitteilte, blieb das Wahrzeichen am 2. Oktober für Besucher geschlossen, da ein Teil der Belegschaft an den Protesten gegen staatliche Sparmaßnahmen teilnahm. Auf der offiziellen Website des Pariser Wahrzeichens hieß es, der Turm könne „aufgrund sozialer Bewegungen derzeit nicht geöffnet werden“.
Zehntausende auf den Straßen
Nach Angaben der Gewerkschaften beteiligten sich landesweit rund 85.000 Demonstrierende an den Protesten. Sie fordern ein Ende der Sparpolitik der Regierung und mehr Investitionen in den öffentlichen Dienst – insbesondere in Bildung, Gesundheit und soziale Absicherung.
Neben dem Eiffelturm waren auch Museen, Schulen und öffentliche Verkehrsmittel von den Streiks betroffen. In mehreren Städten, darunter Paris, Lyon, Marseille und Toulouse, kam es zu Verkehrsbehinderungen und teils spontanen Kundgebungen.
💬 Hintergrund: Widerstand gegen Kürzungen
Die Proteste richten sich gegen geplante Ausgabenkürzungen im Staatshaushalt, die Teil der Haushaltsstrategie von Präsident Emmanuel Macron sind. Seine Regierung will damit die Staatsverschuldung senken und das Vertrauen internationaler Investoren stärken.
Gewerkschaften und Oppositionsparteien kritisieren jedoch, dass die Einsparungen auf Kosten der Bevölkerung gingen und den ohnehin angespannten öffentlichen Sektor zusätzlich schwächten.
„Frankreich braucht Investitionen, keine Kürzungen“, sagte ein Sprecher des Gewerkschaftsbundes CGT. „Wir kämpfen für ein gerechtes und solidarisches Land.“
🗼 Auswirkungen auf Touristen
Reisende, die derzeit in Paris unterwegs sind, müssen mit Einschränkungen bei Sehenswürdigkeiten und im Nahverkehr rechnen. Die Betreibergesellschaft des Eiffelturms rät Besucherinnen und Besuchern, sich vorab online über aktuelle Öffnungszeiten zu informieren.
Die Pariser Metro und der Zugverkehr (SNCF) waren ebenfalls stark beeinträchtigt, einige Linien fuhren nur eingeschränkt. Der Pariser Flughafenbetrieb blieb weitgehend stabil, allerdings kam es vereinzelt zu Verspätungen bei Inlandsflügen.
🔁 Wie es weitergeht
Gewerkschaften kündigten an, die Proteste fortzusetzen, sollte die Regierung ihre Pläne nicht überarbeiten. Beobachter erwarten, dass die kommenden Wochen weitere Streiks und Demonstrationen bringen könnten – auch in Tourismusregionen.
Für Reisende gilt daher: Aktuelle Informationen prüfen, zusätzliche Zeit einplanen – und bei wichtigen Besichtigungen möglichst frühzeitig Tickets sichern.