In Japan sind erneut zwei Menschen mutmaßlich durch Bären getötet worden. Eine Frau wurde in der Präfektur Miyagi tot in einem Wald entdeckt, eine weitere Pilzsammlerin wird noch vermisst. Augenzeugen berichten, die 70-Jährige sei von einem Bären angegriffen worden. In Nagano, nordwestlich von Tokio, fand die Polizei zudem den Leichnam eines 78-jährigen Mannes mit typischen Tatzenverletzungen.
Die jüngsten Fälle verdeutlichen ein wachsendes Problem: Japans Bärenpopulation dringt immer häufiger in Dörfer und Städte vor. Gründe sind der Klimawandel, veränderte Winterschlafzeiten und der Rückgang an natürlichen Nahrungsquellen. Hinzu kommt der demografische Wandel – in ländlichen Regionen gibt es immer mehr verlassene Häuser und deutlich weniger Jäger.
Um auf die steigende Zahl der Angriffe zu reagieren, hat die Regierung Anfang September die Waffengesetze gelockert. Kommunen dürfen nun Jägern erlauben, Bären auch in bewohnten Gebieten zu schießen, wenn Gefahr für Menschen besteht. Zuvor war dafür eine Genehmigung der Polizei nötig. Die neue Regelung soll jedoch nur in akuten Notfällen greifen und muss die Sicherheit der Bevölkerung gewährleisten.
Laut dem Sender NHK wurden von April bis August bereits fünf Menschen getötet und 64 weitere verletzt. Experten warnen, dass sich die Zahl der Begegnungen weiter erhöhen könnte – besonders, wenn die Winter erneut mild ausfallen und Bären länger aktiv bleiben.