Beim Gipfeltreffen von 47 europäischen Staaten in Kopenhagen hat Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen zu einer deutlich schnelleren militärischen Aufrüstung Europas aufgerufen. Ziel müsse es sein, dass der Kontinent bis 2030 in der Lage ist, sich selbst zu verteidigen, so Frederiksen.
Angesichts der anhaltenden Sicherheitslage in Europa und des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine mahnte sie ein Ende der Abhängigkeit von den USA an. Europa müsse seine Rüstungs- und Verteidigungsstrukturen massiv ausbauen und sich künftig stärker auf eigene Kapazitäten verlassen können.
Selenskyj wirbt für Unterstützung – und bietet Hilfe an
Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nahm an dem Gipfel teil. Er nutzte die Gelegenheit, um weitere Militärhilfe für sein Land zu erbitten. Gleichzeitig bot er den europäischen Partnern technologische und militärische Unterstützung an.
Die Ukraine verfüge aufgrund des anhaltenden Krieges über umfangreiche Erfahrungen im Einsatz moderner Drohnentechnologien, so Selenskyj. Diese wolle man künftig mit europäischen Staaten teilen, um die gemeinsame Verteidigungsfähigkeit zu verbessern.
Europäische Sicherheitsarchitektur unter Druck
Frederiksen forderte in ihrer Rede, dass die europäischen Staaten Verteidigung und Rüstung nicht länger national, sondern strategisch koordiniert angehen müssen. Nur durch gemeinsame Beschaffung, abgestimmte Ausbildung und technologische Kooperation könne Europa schnell handlungsfähig werden.
Der Gipfel in Kopenhagen steht damit klar im Zeichen der europäischen Eigenständigkeit in der Sicherheitspolitik – und sendet ein Signal, dass Europa seine Verteidigungsfähigkeit bis zum Ende des Jahrzehnts spürbar stärken will.
Fazit
Mit dem Appell der dänischen Regierungschefin gewinnt die Debatte um Europas militärische Eigenständigkeit weiter an Dynamik. Während Frederiksen den Zeitdruck betont, macht Selenskyj deutlich, dass die Ukraine bereit ist, ihr Kriegswissen und ihre Drohnenerfahrung einzubringen. Europa steht damit vor der Herausforderung, die Worte in konkrete Verteidigungsmaßnahmen zu übersetzen.