Die deutsche Pharmaindustrie blickt mit Sorge in die USA: Präsident Donald Trump hat angekündigt, ab dem 1. Oktober 2025 einen Strafzoll von 100 Prozent auf Arzneimittelimporte zu erheben. Auch Möbel- und Lastwagenimporte sollen von den drastischen Maßnahmen betroffen sein.
Druck auf internationale Hersteller
Über seine Plattform Truth Social erklärte Trump, die Strafzölle könnten umgangen werden, wenn Unternehmen eine Produktionsstätte in den Vereinigten Staaten aufbauen. Firmen, die bereits mit dem Bau begonnen oder konkrete Pläne vorgelegt hätten, seien von der Regelung ausgenommen. Mit dieser Maßnahme will die US-Regierung offenbar die heimische Produktion stärken und internationale Konzerne in die USA locken.
Überraschung trotz Zoll-Deal
Besonders brisant: Zwischen der Europäischen Union und den USA gilt seit Sommer ein Abkommen, das eigentlich einen Basiszollsatz von 15 Prozent vorsieht. Für Branchen wie Arzneimittel, Halbleiter und Bauhölzer war jedoch bislang unklar, ob auch für sie diese Obergrenze gilt. Trumps Ankündigung stellt den bestehenden Deal nun offen infrage.
Konsequenzen für deutsche Exporteure
Die USA sind der wichtigste Exportmarkt für deutsche Pharmakonzerne. Ein 100-Prozent-Zoll könnte für viele Unternehmen massive Umsatzeinbußen bedeuten und Investitionsentscheidungen beschleunigen. Branchenverbände warnen bereits vor einem „wirtschaftlichen Schock“, der die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Hersteller gefährden könnte.
Politische Dimension
Mit den Zöllen setzt Trump erneut auf eine protektionistische Linie, die an seine erste Amtszeit erinnert. Während er die Maßnahme als Schritt für „faire Handelsbedingungen“ preist, befürchten europäische Partner eine Eskalation im transatlantischen Handelskonflikt. Ob die EU Gegenmaßnahmen ergreifen wird, ist derzeit noch offen.