Die Zahl der Syphilis-Infektionen in Deutschland hat 2024 einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden im vergangenen Jahr 9.519 Fälle gemeldet. Damit stieg die Zahl im Vergleich zu 2023 (9.159 Fälle) um 3,9 Prozent.
Regionale Unterschiede
Besonders auffällig sind die regionalen Differenzen. Die höchsten Inzidenzen verzeichneten Berlin und Hamburg – beides Städte mit hoher Bevölkerungsdichte und lebendigen Ausgeh- und Partyszene. In ländlichen Regionen sind die Infektionszahlen dagegen vergleichsweise niedrig.
Geschlechterverteilung
Auch bei der Geschlechterverteilung zeigen die RKI-Daten klare Unterschiede. 2024 lag der Anteil infizierter Frauen bei 7,6 Prozent. Der Großteil der Fälle entfällt nach wie vor auf Männer, insbesondere auf Männer, die Sex mit Männern haben. Diese Gruppe gilt laut RKI weiterhin als am stärksten betroffen.
Syphilis: Symptome und Risiken
Syphilis ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die unbehandelt schwerwiegende Folgen haben kann. Im frühen Stadium treten oft unspezifische Symptome wie Geschwüre im Genitalbereich oder Hautausschläge auf. Ohne Behandlung kann die Krankheit über Jahre hinweg Herz, Nerven und andere Organe schädigen.
Ursachen für den Anstieg
Gesundheitsexperten sehen mehrere Gründe für den Anstieg:
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verändertes Sexualverhalten und ein Nachlassen der Schutzmaßnahmen,
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häufigere Nutzung von Dating-Apps,
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unregelmäßige Testungen nach der Corona-Pandemie,
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sowie eine teils gestiegene Risikobereitschaft, auch aufgrund wirksamer HIV-Präventionsmedikamente (PrEP), die vor HIV, nicht aber vor Syphilis schützen.
Aufruf zu mehr Tests und Aufklärung
Das RKI empfiehlt regelmäßige Tests für Menschen mit wechselnden Sexualpartnern sowie eine konsequente Aufklärung über Schutzmöglichkeiten. Kondome bleiben das wichtigste Mittel zur Vorbeugung. Zudem raten Ärzte, bei ersten Symptomen sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen – Syphilis ist mit Antibiotika gut behandelbar.