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Bericht: US-Staatsanwalt wagt Rest von Rückgrat – muss natürlich gehen

u_bdw6dw6hfj (CC0), Pixabay

In den USA gilt bekanntlich: Wer sich Donald Trump widersetzt, sollte besser schon mal den Lebenslauf aktualisieren. Das musste nun auch Erik Siebert lernen, Bundesstaatsanwalt für den östlichen Bezirk von Virginia. Der Mann erlaubte sich den Fauxpas, nicht sofort auf Zuruf Ermittlungen gegen Trumps Erzfeinde einzuleiten – und reichte gestern brav seinen Rücktritt ein.

„Ich möchte, dass er geht“, soll Trump im Oval Office gesagt haben. Und wenn der Präsident etwas will, dann wird es gemacht. Checks and Balances? Ja, vielleicht im Matheunterricht, aber sicher nicht im politischen Alltag.

Die Washington Post berichtet, Siebert habe es doch tatsächlich abgelehnt, Betrugsermittlungen gegen die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James einzuleiten. Seine Begründung: Es gäbe „nicht genügend Beweise“. Wie niedlich. James ist seit Jahren Trumps Lieblingsgegnerin und hatte ihn erfolgreich auf fast eine halbe Milliarde Dollar verklagt – ein kleiner Betrag, den Trump vermutlich gerade in der Sofaritze liegen hat.

Auch beim Ex-FBI-Chef James Comey wollte Siebert nicht mitspielen. Comey, der damals Trumps Russland-Verbindungen untersuchte, hätte auf Wunsch des Ex-Präsidenten längst hinter Gittern sitzen sollen. Doch statt politischer Wunschjustiz bestand Siebert auf so etwas Altmodischem wie „Rechtsstaatlichkeit“.

Ergebnis: Kündigung per Präsidentenschnaufer. Willkommen in der neuen Normalität, in der Richter, Staatsanwälte und Behördenleiter offenbar nur so lange im Amt bleiben dürfen, wie sie das Skript von „The Apprentice – Oval Office Edition“ mitspielen.

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