Er täuschte Kunden mit Spielzeug – und das im großen Stil. Jetzt steht ein 27-jähriger Klagenfurter zum dritten Mal vor Gericht. Der Mann, der bereits zweimal wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs verurteilt wurde, setzte seine kriminellen Machenschaften selbst aus dem Gefängnis heraus fort. Ihm droht nun eine Haftstrafe von bis zu siebeneinhalb Jahren.
Bereits seit 2019 ist der Mann für seine betrügerischen Online-Geschäfte bekannt. Unter dem Deckmantel eines vermeintlich seriösen Lego-Shops lockte er über 250 Kundinnen und Kunden aus dem In- und Ausland. Die bestellten Lego-Sets oder Spielekonsolen wurden entweder gar nicht geliefert – oder durch kuriose Ersatzsendungen ersetzt: Statt Bausteinen erhielten manche Käufer Sandpäckchen, die offenbar das korrekte Paketgewicht vortäuschen sollten.
Der Gesamtschaden aus dieser ersten Betrugsserie belief sich auf rund 520.000 Euro. 2021 wurde der Mann zu drei Jahren Haft verurteilt, 2023 folgten weitere zwei Jahre für erneute Betrügereien.
Betrug per Mausklick – aus der Haftzelle
Doch selbst hinter Gittern ließ der 27-Jährige offenbar nicht von seinem betrügerischen Geschäftsmodell ab. In der Außenstelle Rottenstein der Justizanstalt Klagenfurt sitzend, bot er laut Anklage von Juni bis Oktober 2024 erneut Lego-Produkte und Spielekonsolen online an – und kassierte im Voraus. Die Ware lieferte er nie. Der Schaden in dieser dritten Betrugsrunde beläuft sich auf 11.600 Euro.
Wie es dem Häftling gelungen ist, seine betrügerischen Aktivitäten aus dem Gefängnis heraus zu koordinieren, ist derzeit noch unklar – und dürfte Teil des kommenden Gerichtsverfahrens werden. Die Staatsanwaltschaft fordert Aufklärung darüber, wie der Zugang zu Kommunikationsmitteln und Online-Plattformen in der Justizanstalt möglich war.
Rückfall mit Folgen
Als mehrfach einschlägig vorbestrafter Rückfallstäter steht dem Klagenfurter nun eine empfindlichere Strafe bevor: Bis zu siebeneinhalb Jahre Haft sieht das Strafmaß vor. Der Prozess wird mit Spannung erwartet – nicht zuletzt, weil der Fall Fragen zur Sicherheit und Kontrolle im Strafvollzug aufwirft.
Für die Betroffenen bleibt der Schaden jedoch meist nicht nur finanziell. Viele der Geschädigten vertrauten auf den vermeintlich harmlosen Verkauf von Spielwaren – und wurden Opfer eines eiskalt kalkulierten Betrugs.