Dark Mode Light Mode

Bruch bei Ben & Jerry’s: Mitgründer Jerry Greenfield zieht Konsequenzen

tookapic (CC0), Pixabay

Einer der bekanntesten Köpfe hinter der Kult-Eismarke Ben & Jerry’s verlässt das Unternehmen. Jerry Greenfield, der die Firma 1978 gemeinsam mit Ben Cohen in Burlington (US-Bundesstaat Vermont) gegründet hatte, gab seinen Abschied bekannt. Der Schritt kommt mitten im Streit mit dem Mutterkonzern Unilever und kurz vor dem geplanten Börsengang der Eissparte.

Kritik am Mutterkonzern Unilever

In einem Brief, den Ben Cohen über die Plattform X veröffentlichte, erklärte Greenfield, dass Ben & Jerry’s unter der Führung von Unilever seine Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit eingebüßt habe. Insbesondere das soziale Engagement der Marke sei zunehmend beschnitten worden.

Greenfield betonte, er könne „nicht länger für ein Unternehmen arbeiten, das von Unilever zum Schweigen gebracht worden ist“. Damit spielt er auf die zahlreichen gesellschaftspolitischen Initiativen an, für die Ben & Jerry’s jahrzehntelang stand – von Klimaschutz über Rassismusbekämpfung bis hin zu politisch heiklen Stellungnahmen, etwa zur Lage in Palästina.

Soziales Engagement als Markenkern

Gerade dieses Engagement war stets ein Markenzeichen der Eismarke, das sie von anderen Konzernen unterschied. Schon früh setzten Cohen und Greenfield auf faire Produktionsbedingungen, soziale Gerechtigkeit und klare politische Botschaften – auch wenn diese kontrovers aufgenommen wurden.

Kritiker warfen Unilever wiederholt vor, diese Haltung zu unterdrücken, um Konflikte in wichtigen Absatzmärkten zu vermeiden. Greenfields Ausstieg gilt daher auch als Protest gegen die zunehmende Anpassung an klassische Konzerninteressen.

Börsengang als Wendepunkt

Die Trennung kommt zu einem sensiblen Zeitpunkt: Unilever plant, die Eissparte – zu der neben Ben & Jerry’s auch Marken wie Magnum oder Cornetto gehören – an die Börse zu bringen. Greenfield sieht offenbar die Gefahr, dass der Druck der Investoren die politische und soziale Agenda von Ben & Jerry’s endgültig verdrängt.

Was bedeutet das für Ben & Jerry’s?

Der Abgang von Greenfield hat zwar keine direkten Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb – er war schon länger nicht mehr operativ tätig –, symbolisch aber ist er ein schwerer Schlag. Denn er unterstreicht den Bruch zwischen den Gründungswerten und der Realität eines globalen Konzerns.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Weniger Staus, aber längere Standzeiten – ADAC zieht Sommerbilanz

Next Post

Kartoffelernte in Sachsen bringt gute Erträge und hohe Qualität