Die litauischen Justizbehörden haben ein mutmaßliches Sabotagenetzwerk aufgedeckt, das im Auftrag des russischen Geheimdienstes in mehreren europäischen Ländern aktiv gewesen sein soll. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Vilnius sollen die Verdächtigen gezielt Brandanschläge vorbereitet und organisiert haben.
Vorgehensweise der Täter
Nach den bisherigen Erkenntnissen nutzte das Netzwerk Kurierdienste, um Pakete mit selbstgebauten Sprengsätzen in verschiedene EU-Staaten und nach Großbritannien zu verschicken. Die Sprengsätze seien so präpariert gewesen, dass sie in den Zielländern Brände auslösen sollten. Damit habe das Netzwerk offenbar versucht, kritische Infrastruktur oder öffentliche Einrichtungen zu destabilisieren und Verunsicherung in der Bevölkerung zu erzeugen.
Unklarheit über Zahl der Festnahmen
Die Generalstaatsanwaltschaft machte bislang keine Angaben darüber, wie viele Personen in Litauen selbst oder in anderen Ländern festgenommen wurden. Klar sei jedoch, dass die Ermittlungen international koordiniert werden. Mehrere europäische Sicherheitsbehörden sind eingebunden, da die Aktionen grenzüberschreitend geplant und ausgeführt wurden.
Politischer Hintergrund
Beobachter werten den Fall als weiteren Hinweis auf hybride Angriffe Russlands gegen westliche Staaten. Neben Cyberattacken und Desinformationskampagnen scheint auch der Einsatz von Agentennetzwerken für Sabotageakte eine Rolle zu spielen. Litauen gilt dabei wegen seiner geografischen Lage und seiner klaren prowestlichen Haltung als besonders exponiert.
Europäische Sicherheitslage im Fokus
Die Enthüllung wirft erneut die Frage auf, wie gut Europa auf verdeckte Operationen vorbereitet ist. Erst kürzlich hatten mehrere Regierungen vor verstärkten russischen Einfluss- und Sabotageversuchen im Zuge des Ukraine-Kriegs gewarnt. Die Festnahmen in Litauen könnten daher nur die Spitze des Eisbergs sein.