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Weniger Staus, aber längere Standzeiten – ADAC zieht Sommerbilanz

wal_172619 (CC0), Pixabay

Für Millionen Reisende war der Weg in den Sommerurlaub auch 2025 wieder eine Geduldsprobe. Der ADAC hat nun seine bundesweite Stau-Bilanz für die zwölf Ferienwochen vorgelegt – mit einem gemischten Ergebnis: Zwar mussten Autofahrer etwas seltener in den Stillstand, doch wenn es zum Stau kam, dauerte er länger als in den Vorjahren.

Weniger Staus, kürzere Gesamtlänge

Insgesamt registrierte der Automobilclub 116.020 Staus mit einer Gesamtlänge von 203.830 Kilometern. Das sind knapp 3.200 Staus weniger als im Jahr 2024 (119.246 Staus). Auch die Gesamtlänge verringerte sich leicht, was zunächst wie eine Entlastung klingt.

Zum Vergleich: Würde man alle Staus aneinanderreihen, entspräche das fast fünfmal dem Erdumfang.

Mehr Zeit im Stau verloren

Trotz dieser Verbesserung zeigt die Zeitrechnung ein anderes Bild: Die Autofahrer verloren zusammengerechnet 119.233 Stunden – deutlich mehr als noch im Vorjahr. Damit wird klar: Die Staus waren zwar seltener, aber intensiver und zeitaufwendiger.

Ursachen für die Entwicklung

Der ADAC nennt mehrere Faktoren, die diese paradoxe Situation erklären:

  • Baustellenboom: Viele Autobahnabschnitte wurden saniert oder ausgebaut. Einspurige Verkehrsführungen sorgten für lange Rückstaus.

  • Ferienstart-Effekt: Besonders zu Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen und Bayern bildeten sich Mega-Staus, die teils stundenlang anhielten.

  • Extreme Witterung: Starkregen, Hitze und Unfälle bei schlechtem Wetter verlängerten die Standzeiten zusätzlich.

  • Hohe Verkehrsdichte: Trotz leicht rückläufiger Stauzahl bleibt das Verkehrsaufkommen in Ferienzeiten enorm.

Hotspots auf den Autobahnen

Besonders betroffen waren die klassischen Reiserouten in den Süden – darunter die A8 (München–Salzburg), die A3 (Frankfurt–Nürnberg–Passau) sowie die A7 als längste Nord-Süd-Achse Deutschlands. Auch rund um Hamburg, Köln und München kam es regelmäßig zu stockendem Verkehr.

Tipps für Reisende

Um dem Ferien-Stress zu entkommen, rät der ADAC:

  • Reisezeit clever wählen – möglichst unter der Woche und früh morgens starten.

  • Stauprognosen nutzen – aktuelle Verkehrsdaten können lange Wartezeiten vermeiden helfen.

  • Alternative Routen oder Verkehrsmittel prüfen – gerade Bahn oder Fernbus können entspannter sein.

Ausblick

Für die kommenden Jahre rechnet der ADAC mit weiterhin hohem Verkehrsaufkommen in Ferienzeiten. Zwar sollen zusätzliche Fahrspuren und Baustellenprojekte langfristig Entlastung bringen, kurzfristig aber dürfte die Geduldsprobe für Urlauber bestehen bleiben.

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