Aktenzeichen: 67g IN 269/25
Am 14. September 2025 um 13:08 Uhr hat das Amtsgericht Hamburg – Insolvenzgericht im Verfahren über das Vermögen der NORDIC & Höppner Rechtsanwaltsgesellschaft mbH eine vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in der Lämmertwiete 12, 21073 Hamburg und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hamburg unter HRB 138760 eingetragen. Geschäftsführer ist Herr Uwe Winter.
Die Gesellschaft war im Bereich der gesetzlich und berufsrechtlich zulässigen anwaltlichen Tätigkeiten aktiv. Hinweise auf eine Beteiligung an Handels- oder Bankgeschäften bleiben im veröffentlichten Text unvollständig – möglicherweise ein Hinweis auf nicht näher spezifizierte Geschäftsfelder oder unvollständige Angaben.
Gerichtliche Maßnahmen gemäß §§ 21, 22 InsO
Zur Sicherung der Insolvenzmasse und im Hinblick auf die Entscheidung über die Verfahrenseröffnung hat das Gericht folgende Sicherungsmaßnahmen ergriffen:
- Einsetzung eines vorläufigen Insolvenzverwalters:
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Jens-Sören Schröder,
Johannes-Brahms-Platz 1, 20355 Hamburg, bestellt. Ihm obliegt ab sofort die Überwachung und Kontrolle der wirtschaftlichen Tätigkeiten der Schuldnerin. - Verfügungsbeschränkung:
Verfügungen der Schuldnerin über ihr Vermögen sind nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam (§ 21 Abs. 2 Nr. 2, 2. Alt. InsO). Damit soll verhindert werden, dass Werte der Insolvenzmasse ohne Kontrolle entzogen werden. - Zahlungsstopp für Drittschuldner:
Personen oder Unternehmen, die der NORDIC & Höppner Rechtsanwaltsgesellschaft mbH Geld schulden, dürfen nicht mehr an das Unternehmen zahlen. Der vorläufige Insolvenzverwalter wurde ermächtigt, Forderungen einzuziehen und eingehende Gelder entgegenzunehmen (§ 23 Abs. 1 Satz 3 InsO).
Drittschuldner werden ausdrücklich aufgefordert, nur noch unter Beachtung dieser Anordnung zu leisten. - Verbot von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen:
Alle Maßnahmen der Zwangsvollstreckung, einschließlich Arrest und einstweiliger Verfügungen, werden untersagt, soweit sie sich nicht auf unbewegliche Gegenstände beziehen. Bereits eingeleitete Vollstreckungen werden einstweilen eingestellt (§ 21 Abs. 2 Nr. 3 InsO).
Bedeutung des Beschlusses
Die vorläufige Insolvenzverwaltung ist ein frühes Krisensignal für die NORDIC & Höppner Rechtsanwaltsgesellschaft mbH. Als anwaltlich geführte GmbH unterliegt sie nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch berufsrechtlicher Kontrolle. Dass ein Insolvenzverfahren erforderlich wird, ist in dieser Berufsgruppe selten – und wirft Fragen zur wirtschaftlichen Lage sowie zur internen Unternehmensführung auf.
Gleichzeitig sichert der Beschluss die verbliebenen Vermögenswerte vor unkontrollierten Abflüssen, gewährt dem Insolvenzverwalter Handlungsspielraum und schützt Gläubiger vor weiteren Nachteilen.
Ob es zur Eröffnung eines Hauptinsolvenzverfahrens kommt, hängt von der nun folgenden Prüfung durch den vorläufigen Verwalter ab.
Amtsgericht Hamburg – Insolvenzgericht
Beschluss vom 14.09.2025
Aktenzeichen: 67g IN 269/25
Ein bemerkenswerter Fall, der zeigt: Selbst eine Rechtsanwaltsgesellschaft kann in wirtschaftliche Schieflage geraten. Nun liegt es am Gericht und dem Verwalter, zu prüfen, ob Sanierungschancen bestehen oder das Unternehmen dem Insolvenzrecht vollständig unterfällt.