Die Weltmeere stehen seit Jahrzehnten unter enormem Druck: Überfischung, illegale Fangpraktiken und staatliche Subventionen, die diese Entwicklung befeuern, haben viele Bestände an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Nun tritt ein historisches Abkommen der Welthandelsorganisation (WTO) in Kraft, das diesen Trend umkehren soll.
Subventionsstopp für illegale Fischerei
Kern des Abkommens ist ein Verbot staatlicher Subventionen für Fischereiflotten, die in illegaler, ungemeldeter oder unregulierter Fischerei tätig sind. Bisher hatten viele Regierungen mit finanzieller Unterstützung das Wachstum von Flotten gefördert, die in sensiblen oder bereits überfischten Gewässern operieren. Mit dem Abkommen soll diese Praxis weltweit eingedämmt werden.
Mehr Transparenz bei Fischbeständen
Ein weiterer zentraler Bestandteil ist die Verpflichtung der Mitgliedsstaaten, Daten über ihre Fischbestände regelmäßig offenzulegen. Diese Transparenz soll die Grundlage für wissenschaftlich fundierte Entscheidungen schaffen und internationale Maßnahmen erleichtern, die den Schutz von Arten wie Thunfisch, Kabeljau oder Schwertfisch verbessern.
Bedeutung für Menschen und Umwelt
Die WTO betont, dass das Abkommen nicht nur den ökologischen Zustand der Meere schützt, sondern auch von entscheidender Bedeutung für die Existenzgrundlage von Millionen Menschen ist, die direkt oder indirekt von der Fischerei leben – sei es in der Küstenfischerei kleiner Inselstaaten oder in global vernetzten Lieferketten.
Reaktionen: Lob von Umweltschutzorganisationen
Der WWF bezeichnete das Abkommen als Meilenstein im Kampf gegen Überfischung. Es sei ein längst überfälliger Schritt, um die maritime Artenvielfalt zu bewahren, die Gesundheit der Ökosysteme zu sichern und die Versorgung mit Nahrungsmitteln für künftige Generationen zu schützen.
Ein erster Schritt – doch noch nicht das Ziel
Obwohl das Abkommen ein wichtiger Durchbruch ist, sehen Fachleute darin vor allem den Beginn eines längeren Prozesses. Weitere Reformen – etwa zur Begrenzung von Subventionen für Überkapazitäten und zur strikteren Kontrolle der Hochseefischerei – gelten als notwendig, um die Ozeane langfristig wirksam zu entlasten.