Die spanische Regierung hat einen massiven Schritt im Kampf gegen die Wohnungsnot angekündigt: Mehr als 53.000 illegale Ferienwohnungen sollen in den kommenden Monaten von Onlineplattformen wie Airbnb & Co. verschwinden. Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärte, dass diese Wohnungen künftig wieder für „junge Menschen und Familien unseres Landes“ zur Verfügung stehen sollen.
Wohnraum zurück auf den Markt bringen
„Wir wollen Wohnraum wieder seiner eigentlichen Funktion zuführen“, betonte Sánchez. Hintergrund ist, dass viele Vermieter ihre Immobilien in den vergangenen Jahren aus dem regulären Mietmarkt herausgenommen und stattdessen als lukrative Ferienunterkünfte angeboten haben. Für Tourist:innen ein bequemes Angebot – für Einheimische jedoch ein zusätzlicher Preistreiber auf einem ohnehin angespannten Markt.
Betroffene Städte im Fokus
Besonders stark betroffen sind die touristischen Hotspots Sevilla, Marbella, Barcelona, Málaga und Madrid. Dort hat der Boom der Kurzzeitvermietungen die Mieten für Einheimische stark steigen lassen und in manchen Vierteln regelrechte Verdrängungsprozesse ausgelöst.
Teil einer größeren Strategie
Das Vorgehen gegen illegale Ferienwohnungen ist Teil einer breiteren Wohnraumstrategie der spanischen Regierung. Ziel ist es, den Immobilienspekulationen entgegenzuwirken, den Markt zu entspannen und gerade für junge Menschen und Familien bezahlbare Mietwohnungen bereitzustellen.
Unterstützung und Kritik
Während viele Bürger:innen und soziale Initiativen den Schritt begrüßen, sehen Vermieterverbände und Plattformen die Maßnahme kritisch. Sie warnen vor möglichen Einbußen im Tourismusgeschäft. Sánchez hält dagegen: Das Recht auf Wohnen habe Vorrang vor kurzfristigen Profiten.
Ein Signal für Europa
Spanien ist nicht das erste Land, das gegen illegale Ferienwohnungen vorgeht – aber die Größenordnung von 53.000 Objekten sendet ein starkes Signal. Auch andere europäische Metropolen wie Berlin, Paris oder Lissabon kämpfen mit ähnlichen Problemen.