Die Zahl der von Versicherten gemeldeten möglichen Behandlungsfehler ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Nach Angaben des AOK-Bundesverbands gingen 2024 insgesamt 16.660 Hinweise ein – rund 600 mehr als im Vorjahr (2023: 16.064).
Orthopädie und Chirurgie besonders betroffen
Die meisten Verdachtsfälle betrafen Behandlungen in den Fachbereichen Orthopädie und Chirurgie. Gerade in diesen Disziplinen sind Patient:innen oft mehrfachen oder komplexen Eingriffen ausgesetzt, was das Risiko für mögliche Fehler erhöht.
Offene Verfahren und Prüfungen
Zum Jahresende 2024 lag die Zahl der noch offenen Verdachtsfälle bei 20.335. Im selben Zeitraum konnten 5.335 Fälle abschließend geprüft werden. Ob und in welchem Umfang sich die Verdachtsfälle tatsächlich als Behandlungsfehler bestätigen, geht aus den Zahlen nicht hervor.
Hintergrund: Hohe Dunkelziffer vermutet
Fachleute gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl von Behandlungsfehlern höher liegt als die gemeldeten Verdachtsfälle. Nicht alle Patient:innen machen mögliche Fehler geltend – sei es aus Unsicherheit, Unkenntnis oder aus Sorge vor rechtlichen Konsequenzen.
Fazit
Die Daten der AOK machen deutlich, dass Behandlungsfehler ein fortbestehendes Problem im deutschen Gesundheitssystem darstellen. Besonders in risikobehafteten Fachbereichen wie Orthopädie und Chirurgie bleibt die Zahl der Verdachtsfälle hoch.