Dark Mode Light Mode
US-Investitionen schaffen bis zu 1.000 neue Jobs in Belfast
Grünen-Fraktionschefin Dröge fordert faire Erbschaftssteuer – mit Rücksicht auf Familienbetriebe
Sicher durch die Wiesn: Verschärftes Waffenverbot zum Oktoberfest 2025

Grünen-Fraktionschefin Dröge fordert faire Erbschaftssteuer – mit Rücksicht auf Familienbetriebe

wir_sind_klein (CC0), Pixabay

In der hitzig geführten Debatte um die Reform der Erbschaftssteuer bringt Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge nun einen vermittelnden Vorschlag auf den Tisch: Erbschaften in Millionenhöhe sollen künftig nicht mehr vollständig steuerfrei bleiben – gleichzeitig soll es Stundungsmöglichkeiten für Firmenerben geben, um Arbeitsplätze in Familienunternehmen zu schützen.

Dröge argumentiert, dass die geltenden Regeln von der Bevölkerung zunehmend als ungerecht empfunden werden. „Niemand versteht, warum man beim Erben von 26 Millionen Euro keinen Cent Steuern zahlen muss“, sagte sie in einem Interview. Eine Stundung über mehrere Jahre sei eine faire Lösung: Der Staat nimmt seine Ansprüche wahr, ohne unternehmerische Strukturen oder Arbeitsplätze zu gefährden.

Unterstützung aus der Union – und neue Zahlen der Linken

Dröges Vorschlag knüpft an eine unerwartete Äußerung von Unionsfraktionschef Jens Spahn an. In einer Talkshow hatte dieser eingestanden, dass die Vermögensverteilung in Deutschland ein Problem sei – ein bemerkenswerter Ton aus der CDU.

Unterstützt wird die grüne Forderung zudem durch eine aktuelle parlamentarische Anfrage der Linken. Demnach haben in den letzten zehn Jahren rund 460 Erbschaften im Wert von 100 Millionen Euro oder mehr den Besitzer gewechselt – und in über der Hälfte dieser Fälle floss keine Erbschaftssteuer. Ein Zustand, der in Zeiten wachsender sozialer Ungleichheit kaum noch vermittelbar scheint.

Balance zwischen Gerechtigkeit und Bestandsschutz

Dröge betont, dass es nicht um Bestrafung von Erfolg oder Reichtum gehe, sondern um einen Beitrag zur Solidarität und eine gerechtere Lastenverteilung. Gerade in Zeiten von Haushaltsnöten, Investitionsstaus und gesellschaftlicher Polarisierung könne der Staat sich solche Ausnahmen nicht länger leisten.

Zugleich macht die Grünen-Politikerin klar: „Wir wollen nicht, dass Familienunternehmen durch eine Steuerzahlung in Existenznot geraten. Aber es ist ebenso nicht tragbar, dass Multimillionen-Erbschaften komplett steuerfrei bleiben.“

Ob es im Bundestag zu einer parteiübergreifenden Initiative kommt, bleibt abzuwarten – die Debatte um eine gerechtere Erbschaftssteuer dürfte jedoch mit Dröges Vorschlag neuen Auftrieb erhalten.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

US-Investitionen schaffen bis zu 1.000 neue Jobs in Belfast

Next Post

Sicher durch die Wiesn: Verschärftes Waffenverbot zum Oktoberfest 2025