Belfast wird in den kommenden Jahren deutlich von einer neuen Welle US-amerikanischer Investitionen profitieren. Neben London, Edinburgh und Manchester zählt die nordirische Hauptstadt zu den Gewinnern von Projekten im Gesamtwert von mehr als 1,25 Milliarden Pfund, die kurz vor dem Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump in Großbritannien angekündigt wurden.
Bank of America eröffnet erstmals Standort in Nordirland
Im Mittelpunkt steht die Bank of America, die plant, in Belfast bis zu 1.000 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Es ist das erste Mal, dass die Großbank in Nordirland operativ tätig wird. Das britische Wirtschaftsministerium (Department for Business and Trade, DBT) sprach von einem „bedeutenden Meilenstein“, der Belfasts Rolle als „Zentrum für Finanztechnologie und Sicherheitsoperationen“ international unterstreiche.
Ein Sprecher der Bank erklärte gegenüber BBC News NI, der Aufbau des neuen Standortes solle „schrittweise erfolgen“. Die ersten Stellenausschreibungen würden „in Kürze“ veröffentlicht, auch die Standortentscheidung stehe unmittelbar bevor.
Weitere Zusagen von US-Finanzriesen
Neben der Bank of America wollen auch andere US-Unternehmen ihre Präsenz in Großbritannien verstärken. Citigroup kündigte zusätzliche Investitionen an – ebenfalls mit Blick auf Nordirland. Auch Konzerne wie PayPal und S&P Global beteiligen sich an der Investitionswelle und setzen damit ein deutliches Signal für das Vertrauen in den britischen Finanzstandort.
Belfast als wachsendes Finanzzentrum
Die Stadt Belfast hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Standort für Finanzdienstleistungen, Fintech und Cybersicherheit entwickelt. Internationale Unternehmen nutzen die qualifizierte Belegschaft und die wachsende digitale Infrastruktur.
Bereits 2023 hatte die Bank of America angekündigt, gemeinsam mit dem Belfast Met College ein dreijähriges Programm zur Förderung digitaler Kompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit aufzulegen. Rund 600 Menschen aus sozial und wirtschaftlich benachteiligten Verhältnissen sollen davon profitieren.
Signalwirkung für die US-UK-Wirtschaftsbeziehungen
Die neuen Investitionen werden auch als politisches Signal gewertet. Sie zeigen nicht nur Vertrauen in die wirtschaftliche Stabilität Nordirlands, sondern auch eine Vertiefung der transatlantischen Partnerschaft im Finanzsektor. Mit dem Staatsbesuch des US-Präsidenten in der kommenden Woche erhalten die Ankündigungen zusätzliche Aufmerksamkeit.