Der US-Technologiekonzern Google sieht sich wegen seiner neuen Funktion „AI Overviews“ mit einer Klage konfrontiert. Der Medienkonzern Penske Media, Herausgeber von Magazinen wie Rolling Stone, Billboard und Variety, wirft Google vor, redaktionelle Inhalte ohne Zustimmung für KI-generierte Zusammenfassungen zu nutzen.
Streit um Inhalte an der Spitze der Suche
Die Funktion „AI Overviews“ zeigt Nutzerinnen und Nutzern direkt über den klassischen Suchergebnissen kurze Antworten, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt werden. Nach Ansicht von Verlagen führt das jedoch dazu, dass viele User die Suchmaschine gar nicht mehr verlassen und die ursprünglichen Artikel nicht aufrufen. Für die Webseitenbetreiber bedeutet das Einbußen bei Werbeerlösen und Abonnements.
Penske wirft Google Druck auf Verlage vor
Laut der Klageschrift nimmt Google die Webseiten der Verlage nur dann in seine Suchergebnisse auf, wenn diese zugleich für die Nutzung in den KI-Overviews freigegeben werden. Ohne diesen Mechanismus, so Penske, müsste Google Lizenzen erwerben, um journalistische Inhalte für die KI verwenden oder sogar für das Training der Systeme nutzen zu dürfen.
Google weist Vorwürfe zurück
Google bezeichnete die Anschuldigungen am Wochenende als „haltlos“. Die KI-Zusammenfassungen würden den Nutzerinnen und Nutzern eine bessere Erfahrung bieten und gleichzeitig auf eine größere Vielfalt an Quellen verweisen. Man werde sich vor Gericht entschieden verteidigen, so der Konzern.
Brisanz für die gesamte Medienbranche
Die Klage gilt als erstes großes Verfahren eines US-Verlags gegen Google im Zusammenhang mit KI-Inhalten. Beobachter sehen darin einen möglichen Präzedenzfall: Sollte Penske Erfolg haben, könnte das weitreichende Folgen für die Beziehung zwischen Technologieunternehmen und Medienhäusern haben – nicht nur in den USA, sondern auch international.