Sperrungen auf der Autobahn haben meist traurige Gründe: Unfälle, Pannen oder Gefahrensituationen. Doch am Freitagvormittag wurde die A29 bei Oldenburg aus einem ganz besonderen Anlass gesperrt – wegen einer Geburt.
Fahrt ins Krankenhaus endet früher als geplant
Eine 33-jährige Frau war hochschwanger zusammen mit ihrem Ehemann im Auto unterwegs ins Krankenhaus nach Oldenburg. Schon während der Fahrt hatte sie starke Wehen. Als das Paar die Auffahrt bei Wardenburg erreichte, war klar: Die Geburt würde nicht mehr warten. „Die Frau sagte ihrem Mann, dass sie es nicht mehr bis in die Klinik schaffen werde“, berichtete ein Polizeisprecher später.
Der werdende Vater reagierte geistesgegenwärtig. Er lenkte den Wagen von der Auffahrt auf eine Grünfläche, stellte das Auto ab und bereitete sich darauf vor, seine Frau so gut es ging zu unterstützen. Wenige Augenblicke später erblickte die gemeinsame Tochter das Licht der Welt – mitten auf der Autobahnauffahrt.
Polizei und Rettungskräfte sichern die Szene
Der 36 Jahre alte Vater verständigte sofort den Notruf, forderte medizinische Hilfe an und bat um Unterstützung durch die Polizei. Daraufhin rückten die Autobahnpolizei Ahlhorn und die Polizeistation Wardenburg an. Sie sperrten die Auffahrt für rund 30 Minuten, damit Rettungskräfte sicher arbeiten konnten und keine Gefahr durch den fließenden Verkehr bestand.
Die Einsatzkräfte versorgten Mutter und Kind noch vor Ort, bevor beide ins Krankenhaus gebracht wurden. „Alle sind wohlauf“, bestätigte der Polizeisprecher.
Glückliches Ende und außergewöhnlicher Einsatz
Für die junge Familie ist es bereits das zweite Kind – doch eine Geburt unter diesen Umständen dürfte auch für sie unvergesslich bleiben. Auch für die beteiligten Polizisten war der Einsatz außergewöhnlich: Eine Autobahnauffahrt wird schließlich nicht jeden Tag zum provisorischen Kreißsaal.
Der Polizeisprecher brachte es mit einem Schmunzeln auf den Punkt: „Meist sperren wir Autobahnen wegen Unfällen. Aber diesmal konnten wir eine Geburt absichern – das war eine sehr erfreuliche Ausnahme.“