Der rheinland-pfälzische Landtag hat nach intensiven Diskussionen ein neues Bestattungsgesetz beschlossen, das den Bürgerinnen und Bürgern künftig so viele Wahlmöglichkeiten bietet wie in keinem anderen Bundesland. Mit der Reform wird das bisher rund 40 Jahre alte Gesetz grundlegend modernisiert und erweitert.
Neue Möglichkeiten für Hinterbliebene
Das Gesetz eröffnet verschiedene Bestattungsformen, die bislang in Deutschland kaum oder gar nicht erlaubt waren. Dazu zählen unter anderem:
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Flussbestattungen, bei denen die Asche eines Verstorbenen in einem fließenden Gewässer beigesetzt wird,
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Tuchbestattungen, bei denen der Leichnam in ein Tuch gehüllt beerdigt wird,
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die Möglichkeit, aus der Asche eines Verstorbenen Diamanten pressen zu lassen,
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sowie das Recht, die Asche in einer Urne auch zu Hause aufzubewahren.
Die Landesregierung betont, dass es Ziel der Novelle sei, den Angehörigen mehr Gestaltungsspielraum zu geben und dem gesellschaftlichen Wunsch nach individuellen Abschiedsformen stärker Rechnung zu tragen.
Kontroverse im Landtag
Die Abstimmung fiel nach lebhafter Debatte: Während SPD, Grüne und FDP die Reform mitgetragen haben, stimmten CDU und Freie Wähler dagegen. Die CDU kritisierte, dass mit den neuen Regelungen traditionelle Werte untergraben würden und die gesellschaftliche Akzeptanz solcher Bestattungsformen noch nicht ausreichend geprüft sei. Auch wurde die Sorge geäußert, dass die Aufbewahrung von Urnen zu Hause zu Missbrauch oder würdelosen Situationen führen könne.
Ein bundesweit einzigartiges Gesetz
Mit dem neuen Bestattungsgesetz geht Rheinland-Pfalz einen Sonderweg. Kein anderes Bundesland erlaubt bisher eine so breite Palette an Bestattungsformen. Befürworter sehen darin ein Signal für mehr Selbstbestimmung, Kritiker warnen vor einem „Flickenteppich“ unterschiedlicher Bestattungsgesetze in Deutschland.
Inkrafttreten im Oktober
Die Neuregelung soll bereits im Oktober 2025 in Kraft treten. Angehörige, Bestatter und Kommunen müssen sich daher kurzfristig auf die neuen Vorgaben einstellen. Ob die erweiterten Möglichkeiten auf breite Akzeptanz stoßen oder weiter umstritten bleiben, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.