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Drohne legt Flughafen Hannover zeitweise lahm – Staatsschutz ermittelt

FREEtoUSEbyPPRINCESS (CC0), Pixabay

Eine unbekannte Drohne hat in der Nacht den Flugbetrieb am Flughafen Hannover erheblich gestört. Start- und Landebahnen mussten zeitweise gesperrt werden, mehrere Passagiermaschinen starteten verspätet und ein Frachtflugzeug wurde umgeleitet. Besonders auffällig: Die eingesetzte Technik der Bundespolizei und offenbar auch die Deutsche Flugsicherung konnten die Drohne nicht orten.

Der Vorfall ereignete sich nur wenige Tage nach dem Fund einer mit Sprengstoff versehenen Drohne am Flughafen Leipzig/Halle. Ob zwischen beiden Ereignissen ein Zusammenhang besteht, ist bislang ungeklärt.

Start- und Landebahnen mehrfach gesperrt

Die Drohne wurde in der Nacht zum 11. August am Flughafen Hannover gesichtet. Daraufhin wurden die Start- und Landebahnen zwischen kurz vor 4 Uhr und etwa 5.20 Uhr mehrfach vorübergehend gesperrt.

Für Reisende hatte das unmittelbare Folgen. Sechs touristische Passagierflüge konnten erst mit Verspätung starten. Eine aus Paris kommende Frachtmaschine musste zu einem anderen Flughafen umgeleitet werden.

Seit dem Morgen läuft der Flugbetrieb nach Angaben des Flughafens wieder planmäßig.

Staatsschutz übernimmt Ermittlungen

Die Ermittlungen wurden vom polizeilichen Staatsschutz des Zentralen Kriminaldienstes Hannover übernommen. Über Einzelheiten wollen die Behörden derzeit keine Angaben machen, um die laufenden Untersuchungen nicht zu beeinträchtigen.

Besondere Aufmerksamkeit erhält die Frage, um welche Art von Fluggerät es sich gehandelt hat und weshalb die vorhandenen technischen Systeme die Drohne offenbar nicht erkennen konnten.

Drohne trotz mehrfacher Sichtung technisch nicht entdeckt

Nach einem vom „Spiegel“ zitierten internen Polizeibericht soll ein Drohnendetektionsgerät der Bundespolizei nicht auf das Flugobjekt reagiert haben.

Das ist deshalb bemerkenswert, weil Mitarbeiter des Flughafens die Drohne dem Bericht zufolge mehrfach mit eigenen Augen gesehen haben sollen. Trotzdem zeigte das Detektionssystem offenbar kein entsprechendes Signal an.

Auch die Deutsche Flugsicherung soll das Flugobjekt nicht geortet haben.

Nach dem Bericht könnte dies ein Hinweis darauf sein, dass möglicherweise keine gewöhnliche handelsübliche Drohne eingesetzt wurde. Was tatsächlich über dem Flughafen unterwegs war, müssen nun die Ermittlungen klären.

Verdacht auf hybride Aktivität nicht ausgeschlossen

Brisant ist zudem eine Formulierung aus dem zitierten internen Polizeibericht. Demnach könne das Vorliegen einer sogenannten „hybriden Aktivität“ nicht ausgeschlossen werden.

Damit sind unter anderem verdeckte Aktionen gemeint, bei denen staatliche oder staatlich unterstützte Akteure versuchen könnten, Infrastruktur zu beeinträchtigen, Unsicherheit zu erzeugen oder Sicherheitsbehörden zu testen.

Dass der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen hat, bedeutet allerdings noch nicht, dass ein ausländischer Staat hinter der Drohne steckt. Eine solche Verbindung ist bislang nicht nachgewiesen.

Parallelen zum Drohnenfund am Flughafen Leipzig/Halle

Der Vorfall in Hannover erhält zusätzliche Bedeutung durch die Ereignisse am Flughafen Leipzig/Halle wenige Tage zuvor.

Dort war in der Nacht zum 5. August eine mit Sprengstoff versehene Drohne gefunden worden. Der Fall wird inzwischen von der Bundesanwaltschaft untersucht. Ermittelt wird wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion sowie wegen des Verdachts eines gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.

Ob die Drohnensichtung in Hannover und der Fund am Flughafen Leipzig/Halle miteinander zusammenhängen, ist derzeit nicht bekannt.

Sicherheitsbehörden stehen vor schwieriger Aufgabe

Der neuerliche Zwischenfall zeigt vor allem, welche Probleme Drohnen für die Sicherheit großer Flughäfen verursachen können. Bereits die Sichtung eines unbekannten Flugobjekts kann aus Sicherheitsgründen dazu führen, dass Starts und Landungen unterbrochen werden müssen.

Besonders problematisch wäre es, wenn sich bei den Ermittlungen bestätigt, dass das Fluggerät in Hannover von vorhandenen Detektionssystemen tatsächlich nicht erkannt werden konnte.

Wer die Drohne gesteuert hat, welches Modell eingesetzt wurde und welches Ziel der Flug über beziehungsweise in der Nähe des Flughafens hatte, ist bislang ungeklärt. Ebenso offen ist die Frage, ob eine Verbindung zu dem wenige Tage zuvor bekannt gewordenen Sprengstoffdrohnen-Fall am Flughafen Leipzig/Halle besteht.

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