Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im ersten Halbjahr spürbar gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erreichte die Zahl der Firmenpleiten im Juni 2025 mit rund 1.960 Fällen den höchsten Stand seit einem Jahrzehnt. Das entspricht einem Anstieg von gut 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Entwicklung im ersten Halbjahr
Insgesamt meldeten die deutschen Amtsgerichte von Januar bis Juni rund 12.000 Unternehmensinsolvenzen. Damit liegt die Zahl um gut 12 Prozent höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Experten sehen in diesem Trend eine Fortsetzung der Entwicklung aus dem Jahr 2024, als die Zahl der Firmenpleiten bereits deutlich anzog.
Ursachen für die Zunahme
Ökonomen führen die steigende Zahl an Insolvenzen auf mehrere Faktoren zurück:
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gestiegene Kosten durch Inflation und höhere Energiepreise,
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anhaltend hohe Zinsen, die Kredite verteuern,
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schwache Binnenkonjunktur, die besonders kleinere und mittlere Unternehmen belastet.
Vor allem Branchen wie der Einzelhandel, das Baugewerbe und Teile der Dienstleistungswirtschaft gelten als besonders betroffen.
Bedeutung für Beschäftigte und Gläubiger
Mit jeder Firmeninsolvenz sind in der Regel nicht nur Eigentümer, sondern auch Arbeitnehmer und Geschäftspartner unmittelbar betroffen. Im Durchschnitt waren bei einer Insolvenz im Juni rund 8 bis 10 Beschäftigte pro Unternehmen gemeldet, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Damit könnten mehrere zehntausend Arbeitsplätze im ersten Halbjahr gefährdet gewesen sein.
Ausblick
Wirtschaftsforscher erwarten, dass die Zahl der Insolvenzen im weiteren Jahresverlauf auf hohem Niveau bleiben könnte. Eine spürbare Entspannung sei nur dann zu erwarten, wenn die Konjunktur anzieht und die Zinslast für Unternehmen sinkt.