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Hamburger Verbände fordern entschlosseneres Vorgehen gegen Wohnungsnot

Apollo22 (CC0), Pixabay

Zum bundesweiten Tag der Wohnungslosen haben die Hamburger Wohlfahrtsverbände den Senat und die Politik in der Hansestadt zu deutlich stärkeren Maßnahmen im Kampf gegen die Wohnungsnot aufgefordert. Anlass ist die weiterhin angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt und die wachsende Zahl an Menschen ohne festen Wohnsitz.

Zehntausende Menschen betroffen

Laut dem Statistikamt Nord sind in Hamburg mehr als 32.000 Menschen ohne eigene Wohnung. Sie leben entweder in Notunterkünften, öffentlichen Einrichtungen oder auf der Straße. Rund 3.700 Menschen gelten als obdachlos im engeren Sinne. Besonders dramatisch: Im vergangenen Winter verloren 24 Menschen in Hamburg ihr Leben auf der Straße.

Kritik an unzureichenden Plänen

Die Wohlfahrtsverbände begrüßen zwar einzelne Maßnahmen aus dem Koalitionsvertrag, etwa die Schaffung zusätzlicher Notschlafstellen. Dies könne aber nur eine kurzfristige Linderung sein. Der Kern des Problems liege im Mangel an bezahlbarem Wohnraum.

Die Verbände kritisieren, dass der Senat bislang keinen umfassenden und verbindlichen Plan zum Bau solcher Wohnungen vorgelegt habe. Sie fordern zudem, den Anteil des sozialen Wohnungsbaus auf mindestens 50 Prozent zu erhöhen. Im Jahr 2024 lag dieser Anteil lediglich bei 24 Prozent.

Demonstration zum Aktionstag

Begleitet wird der Tag der Wohnungslosen in Hamburg auch durch Protestaktionen. Unter dem Motto „Jeder Mensch braucht ein Zuhause – Wohnraum statt Verdrängung“ ruft das Bündnis Solidarität statt Ausgrenzung zu einer Demonstration auf.

Die Kundgebung beginnt am heutigen Donnerstag um 18 Uhr auf dem Heidi-Kabel-Platz. Anschließend führt der Demonstrationszug durch die Innenstadt. Die Veranstalter wollen mit ihrem Protest ein sichtbares Zeichen für eine sozial gerechte Stadt und mehr Solidarität setzen.

Hintergrund

Hamburg gilt seit Jahren als eine der Städte mit dem angespanntesten Wohnungsmarkt in Deutschland. Steigende Mieten, ein Mangel an Sozialwohnungen und die Verdrängung einkommensschwacher Haushalte prägen die Debatte. Sozialverbände warnen, dass ohne einen konsequenten Kurswechsel bei Bau- und Wohnungspolitik die Zahl der Betroffenen weiter steigen könnte.

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