Auf Zypern hat am Donnerstag ein mehrstündiger landesweiter Streik für erhebliche Störungen im Luftverkehr gesorgt. Nach Angaben des Betreiberunternehmens Hermes Airports waren insbesondere die beiden internationalen Flughäfen Larnaka und Paphos betroffen. Dort fielen rund 50 Flüge aus oder mussten verschoben werden, was für etwa 15.000 Passagiere Verspätungen, Umbuchungen und längere Wartezeiten zur Folge hatte.
Forderungen der Gewerkschaften
Hintergrund des Ausstands ist ein anhaltender Konflikt um den Inflationsausgleich. Die Gewerkschaften verlangen die vollständige Wiedereinführung des automatischen Lohnanpassungssystems, das bis 2022 galt. Seit Anfang 2023 wird den Beschäftigten nur noch zwei Drittel des Inflationsausgleichs ausgezahlt – eine Regelung, die ursprünglich als Übergangslösung gedacht war. Die Arbeitnehmervertretungen sehen darin jedoch eine reale Einkommensminderung und fordern eine Rückkehr zum vollen Ausgleich, um die Kaufkraft angesichts gestiegener Lebenshaltungskosten zu sichern.
Auswirkungen über den Flugverkehr hinaus
Der Streik, der von 11:00 bis 14:00 Uhr Ortszeit angesetzt war, beschränkte sich nicht nur auf den Luftverkehr. Auch Schulen, öffentliche Verkehrsmittel sowie Teile des Gesundheitswesens wurden in Mitleidenschaft gezogen. In mehreren Städten kam es zu Versammlungen und Kundgebungen, bei denen Gewerkschaftsvertreter die Regierung aufforderten, die Tarifverhandlungen wieder aufzunehmen und eine dauerhafte Lösung zu finden.
Regierung zwischen Druck und Verhandlungen
Die zyprische Regierung zeigte Verständnis für die Sorgen der Arbeitnehmer, warnte jedoch vor den wirtschaftlichen Folgen einer vollständigen Wiedereinführung des Inflationsausgleichs. Diese könnte den Staatshaushalt erheblich belasten und zusätzliche Risiken für die Wettbewerbsfähigkeit des Landes mit sich bringen. Beobachter gehen dennoch davon aus, dass die Verhandlungen in den kommenden Wochen intensiviert werden, da die Gewerkschaften ihren Forderungen bereits mehrfach mit Arbeitsniederlegungen Nachdruck verliehen haben.
Blick nach vorn
Für Reisende bleibt die Situation zunächst angespannt. Die Flughäfen Larnaka und Paphos empfahlen Passagieren, sich rechtzeitig über den Status ihrer Flüge zu informieren und mehr Zeit für Abfertigung und Sicherheitskontrollen einzuplanen. Sollte es zu keiner Einigung zwischen Regierung und Gewerkschaften kommen, könnten weitere Streiks folgen – mit erneut massiven Auswirkungen auf den Flugverkehr und den Alltag im Land.