Die Schießstände im tschechisch-deutschen Grenzgebiet rücken erneut in den Fokus der Sicherheitsbehörden. Ermittler gehen davon aus, dass die rechtsextreme Gruppierung „Sächsische Separatisten“ dort wiederholt Schießübungen durchgeführt hat. Bereits in früheren Verfahren gegen rechtsextreme Netzwerke wie die kriminelle Vereinigung „Knockout 51“ aus Thüringen spielten dieselben Einrichtungen eine zentrale Rolle.
Schießübungen deutscher Rechtsextremisten in Tschechien
Nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft sollen Mitglieder der „Sächsischen Separatisten“ auf einem Schießstand in Tschechien trainiert haben. Die Gruppierung gilt als gefährlich und wird als rechtsterroristische Vereinigung eingestuft. Im November 2024 hatte die Bundesanwaltschaft mehrere junge Männer aus Sachsen und Polen festnehmen lassen. Sie sollen sich zu einer rechtsterroristischen kriminellen Vereinigung zusammengeschlossen haben und sitzen seitdem in Untersuchungshaft.
Die Möglichkeit, in Tschechien relativ unkompliziert Zugang zu Schusswaffen zu erhalten und dort ohne großen bürokratischen Aufwand zu trainieren, gilt seit Jahren als Anziehungspunkt für deutsche Rechtsextremisten.
Geheimdienste beobachten Schießstände
Auch der tschechische Inlandsgeheimdienst hat die grenznahen Schießanlagen seit Langem im Blick. Immer wieder gebe es Hinweise darauf, dass nicht nur Sportschützen oder Touristen die Anlagen nutzen, sondern auch Personen aus dem rechtsextremen Milieu. Dabei geht es nicht allein um das reine Schießtraining, sondern auch um das Knüpfen von Netzwerken über Ländergrenzen hinweg.
Tschechien plant Gesetzesänderung
Die tschechische Regierung reagiert nun auf die wachsenden Sicherheitsbedenken. Künftig soll die Nutzung der Schießstände durch Ausländer strenger überwacht werden. Geplant ist eine Gesetzesänderung, die es ermöglicht, die Identität der Nutzer genauer zu überprüfen und verdächtige Aktivitäten schneller zu melden. Ziel ist es, extremistischen Gruppierungen den einfachen Zugang zu Waffenübungen deutlich zu erschweren.
Bedeutung für die Sicherheitslage in Deutschland
Für die deutschen Behörden sind die Schießstände in Tschechien schon länger ein Problem. Sie befürchten, dass Extremisten dort nicht nur praktische Waffenerfahrung sammeln, sondern ihre Ideologie militarisieren und konkrete Anschlagspläne vorbereiten. Der Fall der „Sächsischen Separatisten“ zeigt, wie ernst die Gefahr eingeschätzt wird: Laut Bundesanwaltschaft sollen die Festgenommenen sich auf gewaltsame Aktionen vorbereitet haben.
Mit den angekündigten Maßnahmen in Tschechien könnte sich das rechtsextreme Umfeld künftig schwerer tun, jenseits der Grenze ungestört zu trainieren. Ob dies jedoch ausreicht, um die Strukturen nachhaltig zu schwächen, bleibt abzuwarten.