Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), Michael Baumann, fordert eine konsequente und regelmäßige Anhebung der Tabaksteuer in Deutschland. Er bezeichnete diesen Schritt als die wirksamste Maßnahme, um Jugendliche vom Einstieg in den Tabakkonsum abzuhalten und gleichzeitig Raucherinnen und Raucher zu einem Ausstieg zu bewegen.
Rauchen bleibt eine der größten Gesundheitsgefahren
Obwohl die Zahl der Raucherinnen und Raucher in Deutschland seit Jahren langsam zurückgeht, sind die Folgen nach wie vor gravierend. Laut dem aktuellen Tabakatlas war im Jahr 2023 in Sachsen-Anhalt fast jeder fünfte Todesfall direkt auf das Rauchen zurückzuführen. In Thüringen starb rund jeder sechste Mensch an den Folgen des Tabakkonsums, in Sachsen war es mehr als jeder zehnte.
Damit gehört Rauchen weiterhin zu den größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken in Deutschland. Tabakkonsum verursacht nicht nur Lungenkrebs, sondern begünstigt auch eine Vielzahl weiterer Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Schlaganfälle oder chronische Lungenerkrankungen.
Steuererhöhungen als bewährtes Instrument
Nach Einschätzung des DKFZ sind regelmäßige Steuererhöhungen besonders wirksam, da sie den Zigarettenkonsum direkt verteuern und damit unattraktiver machen. Jugendliche, die in der Regel ein geringeres Einkommen haben, seien besonders preissensibel. Schon kleinere Preiserhöhungen könnten daher verhindern, dass junge Menschen überhaupt mit dem Rauchen beginnen.
Internationale Beispiele stützen diese Einschätzung: In Australien oder Großbritannien wurden durch kontinuierlich steigende Tabakpreise deutliche Rückgänge bei der Raucherquote erzielt.
Ergänzende Maßnahmen gefordert
Baumann betonte jedoch, dass Steuererhöhungen allein nicht ausreichen. Er fordert ein umfassendes Maßnahmenpaket, das neben höheren Preisen auch beinhaltet:
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Strengere Werbebeschränkungen für Tabakprodukte,
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einheitliche „Plain Packaging“-Verpackungen, die Markenlogos durch neutrale Schockbilder ersetzen,
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intensivere Aufklärungsprogramme, insbesondere an Schulen,
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sowie ein konsequentes Vorgehen gegen neue Nikotinprodukte wie E-Zigaretten oder Tabakerhitzer, die häufig als vermeintlich harmlos dargestellt werden.
Politische Debatte
In Deutschland stößt die Forderung nach höheren Tabaksteuern regelmäßig auf Widerstand. Kritiker argumentieren, dass steigende Preise auch den illegalen Handel mit Zigaretten anheizen könnten. Gesundheitsexperten halten dagegen: Der gesundheitliche Nutzen überwiege bei weitem mögliche Risiken.
Das DKFZ mahnt, dass die Politik das Thema nicht länger aufschieben dürfe. Rauchen koste jedes Jahr zehntausende Menschenleben in Deutschland und verursache Milliardenausgaben im Gesundheitssystem. Eine entschlossene Tabakpolitik könne nach Ansicht von Baumann die größte Wirkung für die öffentliche Gesundheit entfalten – weit stärker als viele andere Präventionsmaßnahmen.