In mehreren Städten Australiens hat es am Wochenende Proteste gegen Einwanderung gegeben. In Sydney versammelten sich nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Senders ABC zwischen 5.000 und 8.000 Menschen, um gegen die aktuelle Migrationspolitik zu demonstrieren. Organisiert wurde die Kundgebung von der Gruppierung „March for Australia“, die auch in Melbourne, Brisbane, Adelaide und in der Hauptstadt Canberra zu weiteren Aktionen aufgerufen hat.
Forderungen der Demonstranten
Die Veranstalter sprechen sich gegen sogenannte „Massenmigration“ aus, die ihrer Ansicht nach den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährde und den Arbeits- und Wohnungsmarkt zusätzlich belaste. Auf Plakaten und in Redebeiträgen war die Forderung nach einem sofortigen Stopp der Zuwanderung zu hören. Kritiker werfen der Bewegung vor, mit einfachen Parolen Ängste zu schüren und Ressentiments gegen Migrantinnen und Migranten zu verstärken.
Regierung verurteilt Proteste
Die Mitte-Links-Regierung von Premierminister Anthony Albanese reagierte scharf auf die Demonstrationen. Sprecher warfen den Organisatoren vor, gezielt Hass und Spaltung in der Gesellschaft zu fördern. Australien sei seit jeher ein Einwanderungsland, das von kultureller Vielfalt profitiert habe. „Die Proteste stellen nicht die Werte dar, für die unser Land steht“, hieß es aus Regierungskreisen.
Politischer Hintergrund
Australien erlebt seit Jahren eine intensive Debatte über Migration. Auf der einen Seite gilt das Land als wirtschaftlich stark und für Zuwanderer attraktiv, auf der anderen Seite stehen steigende Mieten, Wohnungsnot und angespannter Arbeitsmarkt zunehmend im Zentrum der Kritik. Rechte und rechtspopulistische Gruppierungen versuchen, diese Sorgen für ihre Zwecke zu nutzen.
Die Regierung verweist dagegen auf die wirtschaftliche Bedeutung von Zuwanderung: Fachkräfte aus dem Ausland seien entscheidend, um den demografischen Wandel abzufedern und wichtige Branchen zu stärken.
Blick nach vorn
Wie groß die Bewegung „March for Australia“ tatsächlich ist und ob sie längerfristig Einfluss auf die nationale Politik haben wird, ist offen. Beobachter sehen jedoch die Gefahr, dass die Proteste das gesellschaftliche Klima in Australien belasten und die Polarisierung weiter verschärfen könnten.