Der Onlinehändler Amazon testet derzeit eine neue Regelung, die bereits für viel Unmut bei den Kunden sorgt. Künftig sollen Bestellungen nur dann versandkostenfrei geliefert werden, wenn der Einkaufswert mindestens 60 Euro beträgt. Damit würde Amazon die bisherige Schwelle von 39 Euro deutlich anheben.
Kritik von Kunden
Die Reaktionen fallen fast durchweg negativ aus. In sozialen Netzwerken äußern viele Nutzer Unverständnis und Ärger. Besonders Prime-Kunden sehen die Testphase kritisch, da sie ohnehin eine Jahresgebühr für kostenlosen Premiumversand zahlen. „Das ist Abzocke, erst Prime verkaufen und dann Versandkosten erhöhen“, kommentiert ein Nutzer. Andere befürchten, dass Amazon damit schrittweise weitere Einschränkungen einführt und kleinere Bestellungen künftig unattraktiv werden.
Viele Kunden weisen darauf hin, dass Amazon sein ursprüngliches Alleinstellungsmerkmal – schnelle und günstige Lieferung – aufs Spiel setze. Gerade in Zeiten, in denen die Konkurrenz durch andere Onlinehändler wächst, könnte die neue Regelung Kunden vertreiben.
Hintergrund
Amazon begründet die Maßnahme mit gestiegenen Logistikkosten und der Notwendigkeit, Lieferungen effizienter zu bündeln. Offiziell handelt es sich bislang um einen Testlauf, der nur für bestimmte Regionen und Kundengruppen gilt. Ob und wann die 60-Euro-Grenze dauerhaft eingeführt wird, ist derzeit offen.
Verbraucherschützer warnen
Verbraucherschützer kritisieren, dass die neue Regelung vor allem Kunden mit kleineren Bestellungen trifft, die keine Möglichkeit haben, ihre Einkäufe zusammenzufassen. Sie warnen zudem davor, dass Amazon durch seine Marktmacht Trends setzt, die auch andere Onlinehändler übernehmen könnten.
Fazit
Ob die 60-Euro-Regelung tatsächlich bleibt, hängt wohl auch von der Resonanz der Kunden ab. Der bisherige Aufschrei zeigt jedoch deutlich: Die Akzeptanz ist gering, und viele Verbraucher fühlen sich von Amazon im Stich gelassen.